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	<title>Archiv - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://w3.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0431_-_Stefan_J%C3%A4ger._Maler_seiner_Banater_Heimat&amp;diff=16755</id>
		<title>ART:0431 - Stefan Jäger. Maler seiner Banater Heimat</title>
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		<updated>2015-05-01T11:31:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.18.242: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Aufsatz&lt;br /&gt;
 |AutorName           =  &lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = &lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Stefan Jäger – Zum 30. Todestag&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = Landsmannschaft der Banater Schwaben&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  =&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Stefan Jäger, Maler seiner Banater Heimat&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     =&lt;br /&gt;
 |Verlag              =&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 1992&lt;br /&gt;
 |Seite               =&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stefan Jäger – Zum 30. Todestag'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ulm 1992'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''LEBENSDATEN'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1877	am 28. Mai wird [[Stefan Jäger]] in [[Cenei|Tschene]] im Banat geboren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1889-1893	Schüler an der [[Handelsschule|Bürgerschule]] [[Franz Wieszner]]s in [[Timișoara|Temeswar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1893-1895	Mittelschule in [[Szeged]]in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1895-1899	Kunststudium in [[Budapest]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1899-1900	[[Studienreisen]] nach Österreich, Deutschland und Italien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1901	Tod des Vaters [[Franz Jäger]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902	Freier Künstler in [[Budapest]]; es entstehen Landschaftsmalereien, Stilleben und Heiligenbilder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1906	Erstes Bild über die [[Einwanderung]] der Deutschen ins Banat im Auftrag der Gemeinde [[Cărpiniș|Gertjanosch]]. Eine Dokumentationsreise zum Studium der Trachten aus den Herkunftsgebieten erweist sich als notwendig; Aufenthalte in Stuttgart, Ulm, Nürnberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1906-1910	Arbeit am [[Einwanderungsbild]], das 1910 mit dem Titel	&amp;quot;[[Die Einwanderung der Deutschen nach Ungarn]]&amp;quot; bei der Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung in [[Cărpiniș|Gertjanosch]] enthüllt wurde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910	läßt sich der Maler in [[Jimbolia|Hatzfeld]] nieder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1914-1918	Landsturmmann an der Front&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918	Heimkehr nach [[Jimbolia|Hatzfeld]], wo er bis zu seinem Lebensende als freischaffender Künstler lebt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1927	Tod der Mutter [[Magdalena Schuller|Magdalena]] Jäger, geb. Schuller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1930	wird in [[Zrenjanin|Großbetschkerek]] die erste Jäger-Ausstellung eingerichtet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1936	Ausstellung der Werkgemeinschaft schwäbischer Künstler im [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Bauernheim; neben Jäger stellen die Maler [[Franz Ferch]], [[Rudolf Ferch]], [[Andreas Ferch]], [[Emil Lenhardt]] und der Bildhauer [[Sebastian Rotsching]]k aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957	wird dem Maler der rumänische [[Arbeitsorden]] II. Klasse anläßlich seines 80. Geburtstages verliehen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1962	am 16. März stirbt [[Stefan Jäger]] in [[Jimbolia|Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1967	Das [[Banater Museum]] stellt in einer umfassenden Ausstellung das Werk [[Stefan Jäger|Jägers]] vor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1969	Im ehemaligen Atelier des Künstlers in [[Jimbolia|Hatzfeld]] wird die Stefan-Jäger-[[Gedenkstätte]] eingerichtet; der Maler [[Franz Ferch]] eröffnet sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972	erscheint im Kriterion Verlag Bukarest die Monographie &amp;quot;Stefan Jäger&amp;quot; von [[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|Annemarie Podlipny-Hehn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1986	Bei der 200-Jahr-Feier der Ortsgründung von [[Bacova|Bakowa]] wird im Kulturheim der Gemeinde das Skizzenwerk [[Stefan Jäger]]s zum ersten Mal ausgestellt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1991 	erscheint der Band &amp;quot;Stefan Jäger - Maler seiner heimatlichen Gefilde&amp;quot; von [[Karl-Hans Gross]]. In Zusammenarbeit mit dem [[Banater Museum]] Temeswar veranstaltet&lt;br /&gt;
	die Landsmannschaft der Banater Schwaben eine Ausstellung mit nahe zweihundert Arbeiten von [[Stefan Jäger]]; das Triptychon wird zuerst in Ingolstadt, die Ausstellung in Fürth und Mainz gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1992	Einrichtung der Jäger-Ausstellung im Rathaus Stuttgart, im Heimathaus Frankenthal, beim Heimattag in Ulm und im Haus des Deutschen Ostens in München&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	'''Dem Maler Stefan Jäger'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Das ganze Dasein von der Wiege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	und bis zum Grabe hieltst du fest&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	in deinen Bildern, Gang und Stiege,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	den Flur mit seinem Laubgeäst,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Gerätekammern, alte Giebel,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	die Kinderschar bei Spiel und Fibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Und Rosmarein und Hollersträuche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Und Hochzeitsfest und Totenschmaus,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	geheiligt durch die alten Bräuche,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	das ahnenalte Siedlerhaus,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	so wie es nimmer aufzufinden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	mit Maulbeerbaum und Silberlinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Die unbegrenzte Flurenbreite,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	die schrankenlose weite Sicht,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	den freien Wind zu jeder Seite,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	das ungehemmte Himmelslicht;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	dies ist der Rahmen, der gegeben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	ward dir zu deinem Künstlerleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
				Peter Barth&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Betrachtung von [[Stefan Jäger]]s Lebenswerk wollen wir von den intimsten Schöpfungen des Malers ausgehen, die dem breiten Publikum weniger bekannt sind und die sozusagen das Tagebuch des Malers bilden. Es sind dies die vielen Hunderte von Blättern verschiedener Größe, auf welchen das Banater Volksleben in seiner Vielfalt und Buntheit mit Bleistift, mit Tusche oder in durchsichtigen, frischen Aquarelltönen festgehalten wurde. Diese Skizzen sind nicht auf dem Reißbrett oder auf der Staffelei im Atelier entstanden, sie sind auf den täglichen Wanderungen, inmitten der Natur, inmitten des Volkslebens aus unmittelbarem Erlebnis festgehalten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blättern wir in dieser Schatzkammer kostbaren Volksgutes, so erfreut sich unser Auge an der Farbenpracht der Trachtenskizzen; die Aufmerksamkeit des Malers gilt nicht nur den frischen, lebensfrohen Mädchenköpfen, sondern mit gleichem Interesse ist auch die Tracht mit den aufgebauschten Faltenröcken und den bunten Schultertüchern mit reichen Motiven festgehalten. Hier sind Trachten aus fast allen Dörfern des Banates in ihrer Buntheit aufbewahrt. Mit sicheren Linien wird eine Bewegung, eine Haltung oder der Faltenwurf einer Tracht notiert. Ausführliche Beschriftungen machen uns auf die Eigenheiten oder Unterschiede der Trachten oder aber auf Farbe und Muster der Röcke und Schultertücher aufmerksam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt keine Feste oder Bräuche unserer schwäbischen Dörfer, die nicht ihren Niederschlag in den Werken des Heimatmalers [[Stefan Jäger]] erfahren hätten... Es sind wahrheitsgetreue, mit strengster Genauigkeit und Sorgfalt ausgeführte Bilder, die viel Wärme und Liebe, das ganze Verständnis des Maiers für seine Mitmenschen ausstrahlen – eine umfassende schwäbische Trachtenschau und in Bildern gestaltete Banater Volkskunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|ANNEMARIE PODLIPNY-HEHN]], 1972&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Tage bietet sich Gelegenheit, dem künstlerischen Wirken eines Mannes in Ehrfurcht und Dankbarkeit zu gedenken, an dessen Schöpfungen wir uns so oft und verstehend immer wieder erfreuen. Und mit der Freude an dem Schönen, das sich in tausend und abertausend Farbstrichen und -nuancen zum malerischen Bild verdichtet, verflechten sich Erinnerungen an Geschehen so vieler Jahre, die die Menschen auf schier endlose Zeit mit diesen Gefilden verbinden. Und wir werden bei den alljährlichen Brauchtumsfesten nicht nur die alten Trachten tragen, sondern im Werken und Denken, mit Würde, im Neuen das Gute vom Alten behalten. Das gibt uns auch der Maler in seinem Schaffen wieder; er greift zum Pinsel und »schreibt« die Chronik vom schwäbischen Dorfe mit seinen Farben auf dem Maltuch nieder. Dafür gebührt ihm unser Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KARL-HANS GROSS, 1977 zum 100. Geburtstag des Malers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war nicht Wortführer seiner Landsleute, er war auch nicht ihr Lehrer, und schon gar nicht war er einer, dem politisches Tagesgeschehen eine Stellungnahme abverlangen konnte. Und doch kam aus seiner Welt der Stille die unmißverständliche Botschaft des Künstlers in Hunderten bedingungslos der Realität verhafteter Bilder zu uns und wurde in schicksalsschwerer Zeit zur Bestärkung. Mehr und mehr aber wuchs sie darüber noch hinaus: zur Botschaft über das Beständige in unserem Werden, zum Hohelied auf eigene Werte, die uns niemand mehr zu nehmen vermag. Ein Kulturdokument ganz seltener Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WALTHER KONSCHITZKY, 1992 zum 30. Todestag Stefan Jägers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hauptwerk [[Stefan Jäger]]s ist das große, sechs Meter lange und etwa anderthalb Meter hohe Triptychon »Die Einwanderung der Schwaben ins Banat«, kurz Einwanderungsbild, ein dreiteiliges Ölgemälde, dessen Einzelteile trotz der Trennung voneinander nicht nur thematisch, sondern auch darstellungsmäßig zusammengehören. Das Mittelstück setzt das auf dem ersten Dargestellte sowohl landschaftlich als auch in figuraler Hinsicht fort und mündet auf die gleiche Weise in die dritte Bildtafel ein. Das Werk zeigt eine Gruppe von Kolonisten auf der Wanderung durch die damalige Banater Einöde, stellt sie auf einer Rast unterwegs dar und bietet zum Schluß ihr Abbild auf der Stätte der Erfüllung, vor den halbfertigen Siedlerhäusern, in dem Augenblick, da ihnen die Besitzurkunde überreicht werden soll. Ein kollektives Menschenschicksal zwischen zwei Polen: zwischen der Loslösung von der alten Heimat, deren Staub sie schon längst von den Schnallenschuhen geschüttelt haben, und der nunmehr wahrgewordenen Begeg-nung mit der neuen Heimat, mit dem, was ihnen verheißen wurde und wovon während der langen Fahrt ihre Träume voller Unruhe waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das große Gemälde hat sein eigenes Schicksal, wir dürfen mit Fug und Recht sagen: sein politisches Schicksal, das von Widersprüchen beladen ist, die ihren Ursprung aber nicht im Verhältnis des Malers zu seinem Thema haben, sondern dem Verhältnis bestimmter Menschen der jeweiligen Zeit zu dem Bild entspringen.&lt;br /&gt;
Nicht anders ist die Botschaft zu deuten, die uns aus dem Gesamtwerk [[Stefan Jäger]]s anspricht: eine Botschaft der emsigen Arbeit, der Liebe zum Menschlichen, der Freude am Leben, der Treue zum eigenen Menschlich-Besonderen in Sprache und Gebräuchen, die Botschaft des Verständnisses für jedes Anderssein in Sprache und Gesittung, die Botschaft vom Bunde der Menschen, die aus guten Keimen Zukünftiges wachsen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FRANZ LIEBHARD, 1970&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landsmannschaft der Banater Schwaben dankt dem Banater Museum Temeswar für die Bereitstellung des Einwanderungsbildes, der Ölgemälde und Skizzen aus seinen Beständen für die Ausstellung in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Repro:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger Selbstbildnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Einwanderung der Deutschen nach Ungarn&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heimkehr vom Feld&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ausstellung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptychon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.18.242</name></author>
		
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		<id>https://w3.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0805_-_Stefan-J%C3%A4ger-Ausstellung_in_Spaichingen&amp;diff=16657</id>
		<title>ART:0805 - Stefan-Jäger-Ausstellung in Spaichingen</title>
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		<updated>2015-05-01T08:21:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.18.242: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           =  &lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = &lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Stefan-Jäger-Ausstellung in Spaichingen&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Banater Post&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = München&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 52&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 12&lt;br /&gt;
 |Datum               = 20.06.2008&lt;br /&gt;
 |Seite               = 10&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 26. April fand im Vereinsraum der Banater Schwaben in Spaichingen eine Ausstellung mit Bildern des bekannten Banater Heimatmalers [[Stefan Jäger]] statt. Einen Lichtbildvortrag über das Leben und das künstlerische Schaffen von [[Stefan Jäger]] präsentierte der aus [[Jimbolia|Hatzfeld]] stammende Lehrer Josef Koch, Mitglied im Bundesvorstand der Landsmannschaft. Am Zustandekommen der Jäger-Ausstellung beteiligten sich mehrere Landsleute aus Spaichingen und Umgebung, so dass insgesamt 22 Bilder ausgestellt werden konnten, darunter elf von Josef Koch und Erich Hübner zur Verfügung gestellte Originale und viele hochwertige Kopien. Auf diese Weise konnte der Motivreichtum des künstlerischen Werks von [[Stefan Jäger]] vorgestellt werden: Dorfrand, Die Kaul, Heimkehr vom Feld, Hühnerhof, Portraits, Sonntags- und Kerweihtrachten, Ansichten aus [[Jimbolia|Hatzfeld]] und die obligatorischen Bilder zur Einwanderung der Schwaben ins Banat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger]] wurde am 28. Mai 1877 in [[Cenei|Tschene]] geboren als Sohn des Barbiers [[Franz Jäger]] und der [[Magdalena Schuller|Magdalena]], geb. Schuller. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er in [[Jimbolia|Hatzfeld]], wo er am 16. März 1962 verstarb. Der Maler hatte ein bewegtes und eindrucksvolles Leben. Zunächst besuchte er die [[Handelsschule|Bürgerschule]] in [[Timișoara|Temeswar]] und [[Szeged]]. Als Achtzehnjähriger schrieb er sich 1895 in der [[Zeichenschule|Modellzeichenschule]] in [[Budapest]] ein und studierte vier Jahre Malkunst bei renommierten Lehrmeistern der damaligen Zeit. Das wesentliche Thema des künstlerischen Schaffens [[Stefan Jäger]]s ist auf die Darstellung des bäuerlichen Milieus gerichtet. Alle Schönheiten der Heide- und Heckenlandschaft werden dem Maler unzählige Male zum Erlebnis und finden in zahlreichen Bildern ihren künstlerischen Niederschlag. Dabei greift [[Stefan Jäger|Jäger]] immer auf das Geschehen und die Handlungen der Menschen zurück. Er führt uns hinaus in die Fluren und Felder und zeigt uns die Banater Landschaft zu allen Jahreszeiten und Gegebenheiten, lässt uns an den vielen Arbeiten der fleißigen Bauern teilhaftig werden: beim Pflügen, beim Ernten der Halmfrüchte, beim „Storzeraffe“, beim „Schnitt“, dem Hacken und Jäten auf dem Felde und dergleichen. Unzählige Bilder, in nur wenigen unterschiedlichen Techniken ausgeführt, zeugen vom Schaffen der Menschen auf dem Dorfe. Sie besitzen einen bedeutungsvollen Wert, weil ihrem Inhalt das Hohelied der Arbeit entspringt. Es wird vom Maler zum Symbol der arbeitenden Menschen, zum Leitmotiv und Kernstück seiner Kunst erhoben. Seine Bilder weisen nicht nur auf physische, biologische oder wirtschaftliche Fakten, sondern mit ihrem ethnischen Gehalt auch auf das seelische Innenleben der Menschen im Banat hin. Jedes Stück seiner Leinwand ist reich an Farben, durch die die gesamte Komposition an Klarheit und Aussagekraft in mancher Hinsicht hinzugewinnt. Die Farben sind fein, oft aber auch mit breiteren Pinselstrichen aufgetragen, doch alles wirkt immer sauber und rein. Jäger-Bilder stecken voller Wahrheit und Sinn, deren Inhalt vom Erlebten in der künstlerischen Verarbeitung der Themen beflügelt wird. Sein Hauptwerk ist das große [[Triptychon]] zur [[Einwanderung der Schwaben ins Banat]] ([[Wanderung]], [[Rast]] und [[Ankunft]]). Dieses Bild entstand 1910 im Auftrag des Bauernvereins von [[Cărpiniș|Gertjanosch]]. Als [[Stefan Jäger|Jäger]] den ersten Entwurf zu diesem Bild anfertigte, malte er die Menschen in der ihm bekannten Werktags- und Sonntagstracht, die eher einfach und sparsam war. Dies veranlasste den Bauernverein, den Maler zu einer längeren Studienreise nach Deutschland zu schicken. Das anschließend entstandene Original zeigt somit schönste Elsässische, Schwarzwälder, Badener, Württemberger, Hessische und Pfälzer Trachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die über 150 Besucher der Veranstaltung in Spaichingen konnten nach dem Vortrag zum künstlerischen Werdegang von [[Stefan Jäger]] auch einen Film von Matthias Kindl und eine Diaschau von Herwig Horn verfolgen. Zeitzeugen berichteten über Begegnungen mit [[Stefan Jäger]]. Erfreulich war, dass sich unter den vielen Gästen aus Spaichingen auch mehrere an Kunst interessierte Freunde aus Aldingen, Rottweil, Sindelfingen und Stuttgart befanden – auch solche, die nicht aus dem Banat stammen Der Ausstellung ist es gelungen, die typischen Banater Motive, die [[Stefan Jäger]] immer wieder aufgegriffen und in verschiedenen Facetten dargestellt hat, bei den Besuchern noch lange nachwirken zu lassen. Ein besonderer Dank für das Zustandekommen des gelungenen Nachmittages gilt dem Vorsitzenden des Kreisverbandes Spaichingen-Tuttlingen der Landsmannschaft, Richard Wagner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Banater Post]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ausstellung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vortrag]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptychon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.18.242</name></author>
		
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	<entry>
		<id>https://w3.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0804_-_Engagement_f%C3%BCr_Banater_Kunst_und_Literatur&amp;diff=16651</id>
		<title>ART:0804 - Engagement für Banater Kunst und Literatur</title>
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		<updated>2015-05-01T08:14:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.18.242: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Schneider&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Eduard&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Engagement für Banater Kunst und Literatur&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Banater Post&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = München&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 52&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 8&lt;br /&gt;
 |Datum               = 20.04.2008&lt;br /&gt;
 |Seite               = 9&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Dr. phil. Annemarie Podlipny-Hehn wurde siebzig'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den gut über dreißig Jahren ihres Hervortretens als Buchautorin, Herausgeberin und Publizistin waren Bildende Kunst und Literatur die Schwerpunkte des Wirkens von [[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|Annemarie Podlipny-Hehn]]. Durch den Umfang ihrer Veröffentlichungen erwies und erweist sie sich dabei als eine der Produktivsten unter den Banatern, die sich in diesen Sachbereichen zu Wort meldeten. Für etwa ein Dutzend Bücher und Broschüren – seit Beginn der siebziger Jahre erschienen – zeichnet sie als Verfasserin. Hinzu kommt – das Verzeichnis mehr als verdoppelnd – eine ganze Reihe von Bänden, die sie editorisch betreut hat. Nicht zu reden von den Beiträgen in Zeitungen und Zeitschriften, in denen sie in dieser Zeitspanne laufend präsent war. Die Kunst- und Literaturhistorikerin, die in ihren Beiträgen teils auch neue Sichtweisen und Forschungsergebnisse einbrachte, deren Tätigkeit auf das kulturelle Banat fokussierte, über diesen unmittelbaren Interessenbereich aber auch hinausreichte. [[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|Dr. phil. Annemarie Podlipny-Hehn]] vollendete unlängst ihr 70. Lebensjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geboren wurde sie am 20. Februar 1938 in [[Lovrin]] als Tochter des Fotografen Johann Hehn und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Wiewe. Nach dem Germanistikstudium in [[Timișoara|Temeswar]], das sie 1961 beendete, war sie zunächst Lehrerin im Banater Bergland, danach, ab 1964 bis zum Eintritt in den Ruhestand, Kustodin an der Kunstabteilung des [[Banater Museum]]s. Die Bildende Kunst – früh nahm [[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|Annemarie Podlipny-Hehn]] als Malerin mit eigenen Arbeiten auch an Ausstellungen teil – wurde in dieser Zeit zum Hauptfeld ihrer Betätigung. Pressebeiträge der Kunsthistorikerin, die auch als Kunstkritikerin hervortrat, belegen ihre Beschäftigung mit der Banater Kunst der Vergangenheit und Gegenwart. In den endsechziger und frühen siebziger Jahren, da es den Banater Schwaben darum zu tun war, ihre kulturellen Traditionen nachhaltiger darzustellen, als das in der Nachkriegszeit bis dahin möglich war, war es auf dem Gebiet der Bildenden Kunst [[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|Annemarie Podlipny-Hehn]], die dazu beitrug, dass dieses Erbe einer breiteren Öffentlichkeit bewusst und zugänglich gemacht wurde. Ihre früheste Monografie, 1972 im Bukarester Kriterion-Verlag veröffentlicht, war dem Schwabenmaler [[Stefan Jäger]] (1877–1962) gewidmet. Gestützt auf Vorarbeiten von Stefan-Jäger-Kennern und auf eigene Recherchen, legte [[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|Annemarie Podlipny-Hehn]] mit dem Bildband die erste umfangreichere Gesamtpräsentierung des Heimatkünstlers vor. Es zählt zu ihren Verdiensten, dabei neben [[Stefan Jäger|Jägers]] populären Werken, darunter das große [[Einwanderungsgemälde]] und Trachtenbilder, den besonderen Wert der weniger bekannten Alltagsskizzen des Künstlers unterstrichen zu haben. Dem Jäger-Album ließ sie 1975, ebenfalls bei Kriterion, einen Bildband über [[Franz Ferch]] (1900–1981) folgen, in dem sie einen der bedeutendsten Gegenwartskünstler des Banats erkennt. Einen geschichtlichen Überblick über einen wichtigen Bereich im Kunstschaffen der Region bietet dann ihr Band „Banater Malerei vom 18. bis ins 20. Jahrhundert“ (1986). Sie wendet sich in der Gesamtschau, was so noch nicht geschehen war, dem Werk deutscher, rumänischer, serbischer wie auch ungarischer Künstler zu, die aus dem Banat stammen oder dort gewirkt haben. In chronologischer Folge werden die Maler vorgestellt, doch auch künstlerische Richtungen, denen diese folgten, zeichnen sich ab. Die eingehendere Beschäftigung mit deren Werk sollte es ihr später ermöglichen, weitere monografische Darstellungen herauszubringen, so über Julius Podlipny (1986), mit dem sie lange Jahre verheiratet war, über Hildegard Kremper-Fackner (1991), Oskar Szuchanek (1995) und Ferdinand Gallas. Sehr aufmerksam verfolgte die Kunstkritikerin das zeitgenössische Kunstgeschehen des Banats, insbesondere in [[Timișoara|Temeswar]], was sich in zahlreichen Presseaufsätzen niederschlug (Chroniken, Porträts, Gedenk- und Würdigungsartikeln). Ihr Sammelband „Werte aller Zeiten“ aus dem Jahr 1998 kann als bezeichnend für ihr weites Interessen- und Betätigungsfeld betrachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als im Herbst 1969 die Internationale Lenau-Gesellschaft – die ILG in Wien – in [[Timișoara|Temeswar]] tagte, übrigens zum ersten Mal in einem kommunistischen Land, wurde im Geburtsort des Dichters, in [[Lenauheim]], auch die Gedenkstätte vor Ort neu eingerichtet. Seitens des dafür zuständigen [[Banater Museum]]s war es Kustos [[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|Annemarie Podlipny-Hehn]], die für eine fach- und sachgerechte Präsentierung der Ausstellung sorgte. Dank ihrer Nachforschungen konnten neue Exponate eingebracht werden, darunter solche, die Kontakte von Nachkommen der Familie Lenaus zu Siebenbürgen bzw. Bukarest belegten. Und auch zur Geschichte des Geburtshauses und des Dichterdenkmals in [[Lenauheim]], ehemals [[Lenauheim|Csatád]], führte sie Recherchen durch. Daraus entstand später die Bilddokumentation „Nikolaus Lenau in Rumänien“ (Bukarest 1988, 1991). Die Germanistin, die 1990 mit einer Arbeit über Oscar Walter Cisek zum Dr. phil. Promoviert hatte, die sie 1999 in gekürzter Fassung auch als Buch vorlegte, trat bald danach – teils als Ergebnis von Studien- und Dokumentationsaufenthalten in Deutschland – mit dem der rumänischen Königin und deutschen Dichterin gewidmeten Band „Carmen Sylva“ hervor, in dem sie sich mit einem Bereich deutsch-rumänischer Beziehungen befasste, der im Rumänien der Nachkriegszeit tabuisiert war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Timișoara|Temeswar]]er Eindrücke und Erlebnisse der Wendejahre 1989/90 und wie sich der Umbruch auswirkte, spiegelte die Autorin literarisch verbrämt in ihrem Bändchen „Wir waren Zeugen“ (München, 1991). Beim damals ins Leben gerufenen Demokratischen Forum der Deutschen in [[Timișoara|Temeswar]] wirkte sie längere Zeit als Vorsitzende; heute ist sie Vorstandsmitglied. Sie lud in dieser Eigenschaft zu Banater Kulturtagungen in [[Timișoara|Temeswar]] ein und nahm an solchen vor Ort und wiederholt im Ausland teil. Der von ihr geleitete Literaturkreis „Stafette“, dem Interessenten und Schreibende verschiedener Generationen angehören, unter ihnen nicht wenige junge deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die sich mit eigenen Büchern vorstellen konnten, wurde in diesen Jahren zu einem Schwerpunkt ihrer Tätigkeit. Sie brachte seit 1992 13 Sammelbände dieses Kreises heraus, betreute aber auch Einzelbände, wie den von Erika Scharf zum Beispiel, organisierte die Zusammenkünfte des Zirkels und unternahm mit ihm Gruppenlesereisen im In- und Ausland. Ein „Weiterleben der rumäniendeutschen Literatur nach dem Umbruch“ (Ingmar Brantsch) ist so mit ihrem eifrigen und unnachgiebigen Dazutun eng verknüpft. Zu den Würdigungen, mit denen [[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|Dr. Annemarie Podlipny-Hehn]] für ihre Leistungen bedacht wurde, zählen ein Sonderpreis des [[Timișoara|Temeswar]]er Schriftstellerverbandes (1997) und der rumänische „Ritterorden für Treue Dienste“ (2002). Aus Anlass ihres 70. Geburtstages ist sie für ihr verdienstvolles Wirken in den Bereichen Kunst und Literatur und für ihr Engagement im Forum der Banater Deutschen im [[Timișoara|Temeswar]]er Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus vom Forumsvorsitzenden Dr. Karl Singer mit der Ehrennadel in Gold des Banater Forums ausgezeichnet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Banater Post]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erwähnung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.18.242</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://w3.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0799_-_Historische_Dokumentation_und_k%C3%BCnstlerische_%C3%9Cberlieferung&amp;diff=16633</id>
		<title>ART:0799 - Historische Dokumentation und künstlerische Überlieferung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://w3.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0799_-_Historische_Dokumentation_und_k%C3%BCnstlerische_%C3%9Cberlieferung&amp;diff=16633"/>
		<updated>2015-05-01T07:32:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.18.242: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Wolf&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Walter&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Historische Dokumentation und künstlerische Überlieferung&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Banater Post&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = München&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 52&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 1&lt;br /&gt;
 |Datum               = 05.01.2008&lt;br /&gt;
 |Seite               = 1 und 2&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''43. Kulturtagung des Landesverbandes Baden-Württemberg der Landsmannschaft'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(Auszug)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''„Das richtige Bild in der richtigen Zeit“'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Publizist Franz Heinz bezeichnete in seinem Tagungsbeitrag „Stefan Jägers Einwanderungsbild und die Identität der Banater Schwaben“ das berühmte [[Triptychon]] des Banater Malers als „das richtige Bild in der richtigen Zeit“. Auf sprachlich brillante Weise gelang es Franz Heinz, ein Bild dieser „richtigen Zeit“ zu zeichnen, in der die Dörfer der Banater Schwaben zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts wirtschaftlich aufblühten und ihre Bewohner zu einem neuen, gestärkten Selbstbewusstsein fanden. Nach einer eingehenden Schilderung der Entstehungsgeschichte des Monumentalgemäldes und einem Überblick über das künstlerische Schaffen von [[Stefan Jäger]] kommt Franz Heinz zum Schluss, dass der Maler „über die Freude am schönen Bild hinaus bildungsfördernd gewirkt und erheblich – wenn auch nicht vorsätzlich – zur Identitätsfindung seiner Landsleute beigetragen hat“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Banater Post]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptychon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.18.242</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://w3.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0815_-_Stefan-J%C3%A4ger-Gedenkveranstaltungen_in_Hatzfeld&amp;diff=16632</id>
		<title>ART:0815 - Stefan-Jäger-Gedenkveranstaltungen in Hatzfeld</title>
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		<updated>2015-05-01T07:29:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.18.242: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Aufsatz&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Schulz&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Maria&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Stefan-Jäger-Gedenkveranstaltungen in Hatzfeld&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = HOG Hatzfeld&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  =&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Heimatblatt Hatzfeld&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         = 15. Ausgabe 2008&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     =&lt;br /&gt;
 |Verlag              =&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 2007&lt;br /&gt;
 |Seite               = 47-48&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit einigen Jahren wird in [[Jimbolia|Hatzfeld]] der Geburtstag des Schwabenmalers [[Stefan Jäger]] am 28. Mai feierlich begangen. Die organisatorische Federführung hat das [[Gedenkstätte|Gedenk- und Begegnungshaus Stefan Jäger]], das in Zusammenarbeit mit der deutschen Sektion der [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Allgemeinschule und neuerdings auch mit dem Kinderklub der Stadt [[Jimbolia|Hatzfeld]] (dem ehemaligen Pionierhaus) den Gedenktag gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2007 ließen wir uns etwas Besonderes einfallen. Der von Livia Stănchescu-Golban geleitete Kinderklub initiierte den regionalen, interdisziplinär angelegten Wettbewerb „Banater Maler&amp;quot;, zu dem alle Kinderklubs aus den Kreisen Temesch und Karasch-Severin sowie aus den benachbarten Kreisen aufgerufen waren. Das vom Temescher Kreisrat unterstützte Projekt soll im Jahr 2008 fortgeführt werden. Ziel ist es, im Zusammenwirken der Arbeitskreise für Malerei und Computergrafik einen bedeutenden Banater Maler zu präsentieren. Wettbewerbsaufgaben sind die Erstellung einer Power-Point-Präsentation oder einer Website, letztere mit einer virtuellen Ausstellung, eines Faltblattes über den betreffenden Maler, die Anfertigung einer Reproduktion nach einem seiner bekannten Werke sowie einer Originalarbeit in dessen Stil und letztendlich den Entwurf eines Plakates für die zum Abschluss des Projekts geplante Ausstellung. Dem Team des [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Kinderklubs fiel die Entscheidung bezüglich des zu präsentierenden Malers nicht schwer: Selbstverständlich optierte man für [[Stefan Jäger]]. Unter der Koordinierung der Direktorin Livia Stănchesu-Golban, die den Arbeitskreis für Computergrafik leitet, haben die Schülerinnen und Schüler eine eindrucksvolle Power-Point-Präsentation und ein hervorragend gestaltetes, informatives Faltblatt realisiert. Besonders hervorgetan haben sich dabei die Schülerinnen Michaela Theisen und Karoline Klein. Im Mai 2008 sollen in [[Jimbolia|Hatzfeld]] die einzelnen Projekte präsentiert und in einer Ausstellung gezeigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer der Beteiligung an dem Wettbewerb „Banater Maler&amp;quot; haben wir auch im vergangenen Jahr auf bewährte Würdigungsformen zurückgegriffen. So gestalteten auch diesmal Schülerinnen und Schüler der deutschen Sektion der Allgemeinschule unter Anleitung der beiden Lehrerinnen Roswitha Kovacs und Sorina Deatcu ein gelungenes künstlerisches Programm in deutscher Sprache, das am 28. Mai dargeboten wurde. Die Kinder und Jugendlichen in schwäbischer Tracht trugen Gedichte und Lieder vor und führten Volkstänze auf. Gefolgt wurde das Programm von einem dem Leben und Schaffen [[Stefan Jäger]]s gewidmeten Symposion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl das komplexere, auf längere Zeit angelegte Projekt, an dessen Ende eine umfassende Präsentation des Schwabenmalers stehen wird, als auch die Gedenkfeier an dessen Geburtstag zeugen vom Traditionsbewusstsein und der Heimatverbundenheit der beiden Lehrkräfte und ihrer Schülerschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Foto:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schülerinnen und Schüler der deutschen Abteilung der Allgemeinschule gestalteten ein künstlerisches Programm in der Jäger-Gedenkstätte (Einsenderin: Maria Schulz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufatz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heimatblatt Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Malwettbewerb]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.18.242</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://w3.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0814_-_Der_heimkehrende_J%C3%BCngling&amp;diff=16631</id>
		<title>ART:0814 - Der heimkehrende Jüngling</title>
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		<updated>2015-05-01T07:21:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.18.242: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Aufsatz&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Tonța&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Walter&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Der heimkehrende Jüngling&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = HOG Hatzfeld&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  =&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Heimatblatt Hatzfeld&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         = 15. Ausgabe 2008&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     =&lt;br /&gt;
 |Verlag              =&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 2007&lt;br /&gt;
 |Seite               = 24-33&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''HOG Hatzfeld – aktiver Mitgestalter der Hatzfelder Tage 2007.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Wertsvoller Beitrag zur Wahrung der kulturellen Erbes''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(Auszug)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''„Der heimkehrende Jüngling&amp;quot; erinnert an ein wichtiges Kapitel Hatzfelder Schulgeschichte'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''HOG Hatzfeld sorgte für Restaurierung des Jäger-Gemäldes''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enthüllung des auf Initiative der HOG Hatzfeld restaurierten Gemäldes [[„Der heimkehrende Jüngling&amp;quot;]] von [[Stefan Jäger]] war einer der Höhepunkte der Hatzfelder Tage 2007. Die Feierlichkeit fand am Nachmittag des 3. August im [[Gedenkstätte|Stefan-Jäger-Haus]], im ehemaligen Atelier des Künstlers statt. Das große Ölgemälde (156 x 113 cm) hing noch bis vor einem Jahr an einem Vierungspfeiler im Mittelschiff der katholischen Kirche. Über den Hintergrund seiner Entstehung gibt ein an dem ebenfalls restaurierten Bildrahmen angebrachtes Täfelchen Auskunft. Darauf steht: ''„Zur Erinnerung an den fünfjährigen Bestand (von 1919/20 - 1923/24) des Dzomboljer ([[Jimbolia|Hatzfeld]]er) 8klassigen Realgymnasiums (Gewidmet von den Schülern der deutschen Abteilung des Schuljahres 1923/24)&amp;quot;.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Jägersche Gemälde markiert eigentlich das Ende eines bedeutenden Kapitels [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Schulgeschichte, das mit der serbischen Herrschaft über die damalige Großgemeinde zusammenfällt. Das 1919 auf Grund eines Beschlusses des [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Gemeinderates und mit Zustimmung der serbischen Behörden gegründete Realgymnasium war das erste Vollgymnasium in der Geschichte [[Jimbolia|Hatzfeld]]s und zugleich die erste höhere deutsche Schule im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. Als Träger der achtklassigen deutschen Schule fungierte zunächst die Gemeinde, doch bereits 1920 erfolgte die Verstaatlichung der Schule, was die Errichtung einer vierklassigen serbischen Abteilung zur Folge hatte. Im Schuljahr 1921/22 erreichte die Zahl der Schüler an den deutschen Klassenzügen mit 557 einen Rekord. Mit dem Ende der serbischen Herrschaft, das sich nach dem Abschluss der Grenzregulierungskonvention zwischen Bukarest und Belgrad im November 1923 abzeichnete, wurde das Realgymnasium nach Werschetz verlegt. Im Februar 1924 erhielten die Schüler der vierten und achten Klasse ihre Versetzung an das Gymnasium in Neubetsche an der Theiß, wo sie im Sommer ihre Abschlussprüfungen ablegen konnten. Alle anderen bekamen ihre Jahreszeugnisse und wurden bis zum Schulbeginn im Herbst in die Ferien entlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Andenken und Abschiedsgeschenk gab die Schülerschaft der deutschen Abteilung des Realgymnasiums bei dem bekannten Kunstmaler [[Stefan Jäger]] ein Gemälde mit religiösem Inhalt in Auftrag. In Anlehnung an die biblische Geschichte vom reichen Jüngling, stellt es den „[[Heimkehrenden Jüngling]]&amp;quot; dar, dem Jesus die Einkehr in das Elternhaus mit einladender Gestik verdeutlicht, wobei die alten Eltern im Hintergrund des Bildes zu sehen sind. Das Gemälde wurde nach einem Dankgottesdienst der Kirche gestiftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über acht Jahrzehnte hatte das auch als „[[Studentenbild]]&amp;quot; bekannte und manchmal fälschlicherweise als „[[Die Jünger von Emmaus]]&amp;quot; bezeichnete Donationsgemälde dort einen würdigen Platz, doch die ungünstigen Bedingungen haben ihm im Laufe der Zeit arg zugesetzt. Es befand sich in einem beklagenswerten Zustand und lief Gefahr, in absehbarer Zeit unwiederbringlich verloren zu gehen. Mit Zustimmung des [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Pfarrers und des Bischöflichen Ordinariats nahm sich die HOG der Sache an und beauftragte die [[Timișoara|Temeswar]]er Malerin Camelia Crişan Matei mit der Restaurierung des Gemäldes. Nach mehrmonatiger Arbeit erstrahlt das Jägersche Gemälde nun in neuem Glanz. Es bleibt weiterhin Eigentum der Kirche, kann aber als Dauerleihgabe im ehemaligen Atelier des Künstlers bewundert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Finanzierung des Projekts anbelangt, beschritt die HOG neue Wege. Einen Teil der Kosten brachte sie selbst auf, für den anderen Teil konnte sie verschiedene [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Firmen als Sponsoren gewinnen. Von den 19 Firmen bzw. Personen, die mit ihrer Geldspende zum Gelingen des Projekts beigetragen haben, sei besonders Erwin Zappe hervorgehoben. Er hat nicht nur von Anfang an seine Unterstützung angeboten, die Realisierung des Projekts begleitet und dessen Finanzierung sichergestellt, sondern auch eine beträchtliche Summe gespendet. Ihm und allen anderen Sponsoren dankte Josef Koch bei der Feier im [[Gedenkstätte|Stefan-Jäger-Museum]]. Dessen Betreuerin, [[Maria Schulz]], zeigte sich erfreut, dass sich die Sammlung um ein wertvolles Stück bereichert habe und betonte, dass das restaurierte Gemälde fortan ein Blickfang in der Ausstellung sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem Projekt hat die HOG einen wichtigen Beitrag zum Erhalt eines sowohl künstlerisch als auch kulturhistorisch einmaligen Zeugnisses der [[Jimbolia|Hatzfeld]]er und Banater Geschichte und Kulturgeschichte geleistet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Foto: Walther Konschitzky&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria Schulz, die Leiterin der Stefan-Jäger-Gedenkstätte freut sich über das von der katholischen Kirche geliehene Gemälde „Der heimkehrende Jüngling“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ehrentafel der Sponsoren'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BC Zappe und Sohn SRI	1550 Euro&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld	1500 Euro&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Vogt Electronic România SRL	1000 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Can Leo SRL	700 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Kasa Agroprest SRL	600 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Bambi SRL	350 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rákóczi Gheorghe	310 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Faust Florea SRL	200 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marinoiu Mircea	50 Euro&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ciutură Daniel	150 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Gemüsegarten SRL	150 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Linta Med SRL	150 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Mészáros Construct SRL	150 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HânciuCătălin	100 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ibram Faruk	100 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
llina Gheorghe	100 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC L&amp;amp;A Siagro SRL	100 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Petra SRL	100 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Kaba SRL	50 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Kinga SRL	50 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufsatz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heimatblatt Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hintergrund]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spende]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.18.242</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://w3.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0814_-_Der_heimkehrende_J%C3%BCngling&amp;diff=16629</id>
		<title>ART:0814 - Der heimkehrende Jüngling</title>
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		<updated>2015-05-01T07:21:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.18.242: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Aufsatz&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Tonța&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Walter&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Der heimkehrende Jüngling&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = HOG Hatzfeld&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  =&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Heimatblatt Hatzfeld&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         = 15. Ausgabe 2008&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     =&lt;br /&gt;
 |Verlag              =&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 2007&lt;br /&gt;
 |Seite               = 24-33&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''HOG Hatzfeld – aktiver Mitgestalter der Hatzfelder Tage 2007.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Wertsvoller Beitrag zur Wahrung der kulturellen Erbes''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(Auszug)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''„Der heimkehrende Jüngling&amp;quot; erinnert an ein wichtiges Kapitel Hatzfelder Schulgeschichte'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''HOG Hatzfeld sorgte für Restaurierung des Jäger-Gemäldes''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enthüllung des auf Initiative der HOG Hatzfeld restaurierten Gemäldes [[„Der heimkehrende Jüngling&amp;quot;]] von [[Stefan Jäger]] war einer der Höhepunkte der Hatzfelder Tage 2007. Die Feierlichkeit fand am Nachmittag des 3. August im [[Gedenkstätte|Stefan-Jäger-Haus]], im ehemaligen Atelier des Künstlers statt. Das große Ölgemälde (156 x 113 cm) hing noch bis vor einem Jahr an einem Vierungspfeiler im Mittelschiff der katholischen Kirche. Über den Hintergrund seiner Entstehung gibt ein an dem ebenfalls restaurierten Bildrahmen angebrachtes Täfelchen Auskunft. Darauf steht: ''„Zur Erinnerung an den fünfjährigen Bestand (von 1919/20 - 1923/24) des Dzomboljer ([[Jimbolia|Hatzfeld]]er) 8klassigen Realgymnasiums (Gewidmet von den Schülern der deutschen Abteilung des Schuljahres 1923/24)&amp;quot;.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Jägersche Gemälde markiert eigentlich das Ende eines bedeutenden Kapitels [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Schulgeschichte, das mit der serbischen Herrschaft über die damalige Großgemeinde zusammenfällt. Das 1919 auf Grund eines Beschlusses des [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Gemeinderates und mit Zustimmung der serbischen Behörden gegründete Realgymnasium war das erste Vollgymnasium in der Geschichte [[Jimbolia|Hatzfeld]]s und zugleich die erste höhere deutsche Schule im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. Als Träger der achtklassigen deutschen Schule fungierte zunächst die Gemeinde, doch bereits 1920 erfolgte die Verstaatlichung der Schule, was die Errichtung einer vierklassigen serbischen Abteilung zur Folge hatte. Im Schuljahr 1921/22 erreichte die Zahl der Schüler an den deutschen Klassenzügen mit 557 einen Rekord. Mit dem Ende der serbischen Herrschaft, das sich nach dem Abschluss der Grenzregulierungskonvention zwischen Bukarest und Belgrad im November 1923 abzeichnete, wurde das Realgymnasium nach Werschetz verlegt. Im Februar 1924 erhielten die Schüler der vierten und achten Klasse ihre Versetzung an das Gymnasium in Neubetsche an der Theiß, wo sie im Sommer ihre Abschlussprüfungen ablegen konnten. Alle anderen bekamen ihre Jahreszeugnisse und wurden bis zum Schulbeginn im Herbst in die Ferien entlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Andenken und Abschiedsgeschenk gab die Schülerschaft der deutschen Abteilung des Realgymnasiums bei dem bekannten Kunstmaler [[Stefan Jäger]] ein Gemälde mit religiösem Inhalt in Auftrag. In Anlehnung an die biblische Geschichte vom reichen Jüngling, stellt es den „[[Heimkehrenden Jüngling]]&amp;quot; dar, dem Jesus die Einkehr in das Elternhaus mit einladender Gestik verdeutlicht, wobei die alten Eltern im Hintergrund des Bildes zu sehen sind. Das Gemälde wurde nach einem Dankgottesdienst der Kirche gestiftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über acht Jahrzehnte hatte das auch als „[[Studentenbild]]&amp;quot; bekannte und manchmal fälschlicherweise als „[[Die Jünger von Emmaus]]&amp;quot; bezeichnete Donationsgemälde dort einen würdigen Platz, doch die ungünstigen Bedingungen haben ihm im Laufe der Zeit arg zugesetzt. Es befand sich in einem beklagenswerten Zustand und lief Gefahr, in absehbarer Zeit unwiederbringlich verloren zu gehen. Mit Zustimmung des [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Pfarrers und des Bischöflichen Ordinariats nahm sich die HOG der Sache an und beauftragte die [[Timișoara|Temeswar]]er Malerin Camelia Crişan Matei mit der Restaurierung des Gemäldes. Nach mehrmonatiger Arbeit erstrahlt das Jägersche Gemälde nun in neuem Glanz. Es bleibt weiterhin Eigentum der Kirche, kann aber als Dauerleihgabe im ehemaligen Atelier des Künstlers bewundert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Finanzierung des Projekts anbelangt, beschritt die HOG neue Wege. Einen Teil der Kosten brachte sie selbst auf, für den anderen Teil konnte sie verschiedene [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Firmen als Sponsoren gewinnen. Von den 19 Firmen bzw. Personen, die mit ihrer Geldspende zum Gelingen des Projekts beigetragen haben, sei besonders Erwin Zappe hervorgehoben. Er hat nicht nur von Anfang an seine Unterstützung angeboten, die Realisierung des Projekts begleitet und dessen Finanzierung sichergestellt, sondern auch eine beträchtliche Summe gespendet. Ihm und allen anderen Sponsoren dankte [[Josef Koch]] bei der Feier im [[Gedenkstätte|Stefan-Jäger-Museum]]. Dessen Betreuerin, [[Maria Schulz]], zeigte sich erfreut, dass sich die Sammlung um ein wertvolles Stück bereichert habe und betonte, dass das restaurierte Gemälde fortan ein Blickfang in der Ausstellung sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem Projekt hat die HOG einen wichtigen Beitrag zum Erhalt eines sowohl künstlerisch als auch kulturhistorisch einmaligen Zeugnisses der [[Jimbolia|Hatzfeld]]er und Banater Geschichte und Kulturgeschichte geleistet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Foto: Walther Konschitzky&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria Schulz, die Leiterin der Stefan-Jäger-Gedenkstätte freut sich über das von der katholischen Kirche geliehene Gemälde „Der heimkehrende Jüngling“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ehrentafel der Sponsoren'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BC Zappe und Sohn SRI	1550 Euro&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld	1500 Euro&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Vogt Electronic România SRL	1000 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Can Leo SRL	700 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Kasa Agroprest SRL	600 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Bambi SRL	350 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rákóczi Gheorghe	310 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Faust Florea SRL	200 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marinoiu Mircea	50 Euro&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ciutură Daniel	150 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Gemüsegarten SRL	150 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Linta Med SRL	150 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Mészáros Construct SRL	150 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HânciuCătălin	100 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ibram Faruk	100 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
llina Gheorghe	100 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC L&amp;amp;A Siagro SRL	100 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Petra SRL	100 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Kaba SRL	50 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SC Kinga SRL	50 RON&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufsatz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heimatblatt Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hintergrund]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spende]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.18.242</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://w3.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0816_-_Ein_St%C3%BCck_von_uns&amp;diff=16622</id>
		<title>ART:0816 - Ein Stück von uns</title>
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		<updated>2015-05-01T07:10:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.18.242: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Ein Stück von uns}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Bibliografie Aufsatz&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Heinz&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Franz&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Ein Stück von uns&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = HOG Hatzfeld&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  =&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Heimatblatt Hatzfeld&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         = 15. Ausgabe 2008&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     =&lt;br /&gt;
 |Verlag              =&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 2007&lt;br /&gt;
 |Seite               = 135-143&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Stefan Jägers Einwanderungsbild und die Identität der Banater Schwaben'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist unser Bild. Kein anderes ist so verbreitet bei den Banater Schwaben, kein anderes hat so viel Beachtung und Zustimmung gefunden wie [[Stefan Jäger]]s [[Triptychon]] „[[Die Einwanderung der Schwaben ins Banat]]&amp;quot; - korrekter wohl „der Deutschen&amp;quot;, wie es gelegentlich auch bezeichnet worden ist. Es waren ja nicht vorwiegend Schwaben, die das Banat besiedelt und kultiviert haben, sondern Deutsche aus den südwestlichen Landschaften und aus anderen Gebieten des Reiches. Auch die anderssprachigen Nachbarn - die Rumänen, Ungarn und Serben - haben, so weit es mir bekannt ist, kein Kunstwerk mit vergleichbarer Popularität und Verbreitung vorzuzeigen. Der Erfolg war übrigens nicht wiederholbar. [[Stefan Jäger|Jäger]] selbst hat auf Bestellung Repliken seines Monumentalwerkes angefertigt und zum Einwanderungsthema mehrere bald vergessene Varianten gemalt, und der zwei Jahrzehnte jüngere Banater Maler [[Franz Ferch]] hat mit dem Triptychon „Das Gebet der Ahnen&amp;quot; und seiner großangelegten Komposition „Das Lagerfeuer&amp;quot; vergeblich an [[Stefan Jäger|Jägers]] Erfolg anzuknüpfen versucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist das Besondere an diesem Bild? Ist es seine Monumentalität, die Meisterschaft der Darstellung oder haben doch eher seine Verehrer und Mittelsmänner - die Manager, wie wir heute sagen würden - den Erfolg bewirkt und ihn verfestigt? Von jedem wird wohl etwas dabei sein und jedes verdient gesondert unsere Aufmerksamkeit. Auch hier jedoch gilt die alte Regel, dass es das richtige Bild in der richtigen Zeit war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welches war nun diese Zeit, und wie sah sie im Banat aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 28. Mai 1877 als zweites Kind des Feldschers [[Franz Jäger]] und seiner Frau [[Magdalena Schuller|Magdalena]] Schuler in der Gemeinde [[Cenei|Tschene]] geboren, war [[Stefan Jäger]]s Welt das aufstrebende Bürgertum der Jahrhundertwende, die sich in Europa als Gründerzeit definierte, als eine Art fortschrittlicher Wohlstandsgesellschaft begriff und in der so genannten Belle Epoque nicht nur in Frankreich den Sinn für das Dekorative sich aneignete und entwickelte. Die Industrie veränderte die Welt, alles schien machbar: Die Titanic wurde gewagt und gebaut, die europäischen Hauptstädte trugen die alten Befestigungsanlagen um den Stadtkern ab und ersetzten sie mit modernen Prachtstraßen, die Wirtschaft expandierte, die letzten Teilstücke der kolonialen Welt fanden ihre Herren, und die Kaiser, Könige und Zaren überboten einander mit Paraden und demonstrativer Macht. Europa war das unbestrittene Zentrum der Welt, und seine Mitte markierten die Dynastien der Habsburger und Hohenzollern. Nie wieder hat Europa einen solchen Glanz entfaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dörfer im Banat, zumindest die größeren unter ihnen, blieben davon nicht unberührt. Als wichtige Errungenschaft der Zeit durchkreuzte die Eisenbahn Heide und Hecke, die Walzmühlen verdrängten Wasser-, Wind- und Rossmühlen, die Kapitalisierung der Landwirtschaft und ihrer Märkte steigerte die Preise und brachte das Geld in Umlauf, Sparkassen entstanden, das Großbauerntum etablierte sich neben den traditionellen Grundherren - man wollte etwas gelten und sich auch entsprechend darstellen. In ganz Europa feierte die Historienmalerei Triumphe: Preußen erkannte sich in der Bilderwelt von Adolph Menzel wieder, in Österreich war es Hans Makart, der die kaiserliche Glorie künstlerisch festzuhalten verstand, die Polen feierten ihre Größe in Johann Matejkos Bildern, die Ungarn ihre Eigenart im Werk von Michael Munkácsy, mit dem vormals schönen deutschen Namen Lieb. Im Banat waren es bis dahin neben der Kirche und ihren Würdenträgern die gehobene Beamtenschicht und der eher etwas dürftige Adel, der Aufträge, vornehmlich Porträtaufträge, an einheimische und zugewanderte Künstler vergab. Nun drängte das reiche und zunehmend selbstbewusste Bürgertum nach vorn und wollte, wenn auch auf andere Weise, repräsentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in den gleichen Sog geratenen großen Landgemeinden wollten und durften nicht nachstehen. Handel und Gewerbe, aber auch das Bildungswesen hatten die Abgeschiedenheit und Weltfremdheit der Dörfer durchbrochen und sie mit einem neuen Selbstwertgefühl ausgestattet, das seinen angemessenen Standort suchte. Das Vereinswesen blühte, die ausgedienten Militärmusiker gründeten mit Eifer konkurrierende Blaskapellen, Männergesangvereine traten auf, und es reihten sich die Feste aneinander: Fahnenweihen, Sport- und Sängerfeste, Kathreinbälle, Gewerbeausstellungen. Die ersten Ortsmonografien wurden geschrieben. Begüterte Familien und wendige - manchmal auch windige - Männer fanden oder erstritten sich ihren Platz in der aufstrebenden Dorfgemeinschaft, häuften Güter und Ämter, machten sich unentbehrlich und verdarben nicht selten an einer Überdosis von Raff- und Geltungssucht. Einer von ihnen war [[Adam Röser]] in [[Cărpiniș|Gertianosch]]: Postmeister, Leiter des Schulausschusses, Gründer und Obmann des Leichenbestattungsvereins, Gründer des Schützenvereins, Direktor der ersten [[Cărpiniș|Gertianosch]]er Sparkassa-Aktiengesellschaft und Mitbegründer des [[Cărpiniș|Gertianosch]]er Konviktes in Szegedin, Besitzer einer Ziegelei. Er war durch Einheiraten in die begüterte Familie Vuchetics im benachbarten [[Cenei|Tschene]] reich geworden, galt als tüchtig, gewitzt und ist doch bis zuletzt infolge verfehlter Spekulationen zahlungsunfähig geworden. Dennoch ein Mann der Stunde und mit dem Blick aufs Ganze. Es ist so unnatürlich und auch so missfällig nicht, dass gerade dieser umtriebige [[Adam Röser]] maßgeblich an der Entstehung des Einwanderungsbildes beteiligt gewesen ist. Die Idee dazu soll, eher beiläufig, sein damaliger Buchhalter Jakob Knopf geäußert haben, wie [[Dr. Peter Pink]] in seiner Arbeit „Stefan Jäger - ein Banater schwäbischer Kunstmaler&amp;quot; berichtet. Zur Ausführung bedurfte es dann doch eines [[Adam Röser]], zumal die Finanzierungsfrage für das Gelingen des Vorhabens entscheidend war. Und groß - das stand von Anfang an fest - musste das Bild schon sein. Größer als groß - monumental.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das passte in die Zeit, die sich im Repräsentativen gefiel, und es passte in ein groß, wohl etwas zu groß gewordenes Königreich Ungarn, das seine neue Glorie probte für sich selbst wie gegen andere Völker, und so ungewollt eine Identitätsfrage bei den benachbarten Slawen und Rumänen und sogar bei den biederen und landestreuen Banater Schwaben ausgelöst, um nicht zu sagen losgetreten hatte. Adam Müller-Guttenbrunns Heimatromane waren die meistgelesenen Bücher im Banat und hinterließen tiefe Nachdenklichkeit, der Bauerndichter Josef Gabriel poetisierte das schwäbische Dorf, Johann Szimits die Mundart, der rebellierende Viktor Orendi-Hommenau gab in [[Timișoara|Temeswar]] die Zeitschrift „Von der Heide&amp;quot; heraus, der Historiker Ludwig Baróti-Grünn belegte wissenschaftlich Herkunft und Schicksal der deutschen Siedler im Banat, die Ungarländische Deutsche Volkspartei war gegründet worden, und die schwäbischen Dörfer in Heide und Hecke gehörten zu den ansehnlichsten und wohlhabendsten im Lande. Die Selbstbesinnung und das Anliegen, auf sich selbst hinzuweisen, schien für alle ein durchaus politisch zu nennendes Gebot der Zeit zu sein. Dass sich die Banater Schwaben ausgerechnet für ein monumentales Gemälde entschieden, überrascht zunächst. Im eigenen regionalen Kulturverständnis gibt es kaum Anhaltspunkte, die auf eine identitätsstiftende künstlerische Monumentalarbeit hinweisen. Der häusliche Bedarf war im Wesentlichen auf die Heiligenbilder im Herrgottswinkel beschränkt und wurde von Fliegenden Händlern versorgt. Mehr an Kunst war weder nötig noch gewünscht. Die geschichtsbild-prägende Funktion der Historienmalerei allerdings war zumindest der gehobenen Schicht so unbekannt nicht und dürfte diese in ihrer Entscheidung für ein Einwanderungsbild bestärkt haben. Es war die legendäre Siedlungsleistung der Ahnen, die als historische Tat im Bewusstsein der Banater Schwaben verankert war, auf die man stolz sein durfte und auf die man hinzuweisen sich nicht scheute. Den Maler dafür meinte man ja zu haben, immerhin einen akademisch ausgebildeten Kunstmaler, der aus dem Nachbarort stammte und sein Brot in der ungarischen Hauptstadt verdiente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein dürftiges Brot freilich, abhängig von der Bestellung des Kunsthändlers Almásy, der seine Klientel mit Heiligenbildern, Landschaften und Stillleben belieferte. Gelegentliche Anfragen gleicher Art aus der Banater Heimat waren auch nicht dazu angetan, Großaufträge von den Landsleuten zu erwarten, die für ihr wirtschaftliches Denken und für ihre Sparsamkeit ebenso bekannt wie geachtet waren. Von einem Maler [[Stefan Jäger]] wussten damals im Banat nur wenige. Selbst der Heimatdichter Peter Jung (1887-1966) will erst nach dem Ersten Weltkrieg erfahren haben, dass der Kunstmaler aus [[Cenei|Tschene]] sich bereits 1910 in [[Jimbolia|Hatzfeld]] niedergelassen hatte. Es bleibt ohnehin ein kleines Wunder, wie die recht ansehnliche Vorfinanzierung des Bildes und dessen spätere Vermarktung bei den sonst nüchtern kalkulierenden Schwaben auf der Banater Heide greifen konnte. Vergessen wir nicht, hier war viel Geld für etwas auszugeben, von dem die Meisten keine rechte Vorstellung haben konnten und wohl auch nicht viel gehalten haben mochten. Der Kasinoverein, der Leseverein, der Gewerbeverein und der Bauernverein haben Liederabende, Konzerte, Vorträge, Dilettantenvorstellungen und Bälle veranstaltet und die Überschüsse für das Einwanderungsbild zurückgelegt. Auch direkte Spenden wurden gesammelt, wobei [[Adam Röser]] mit gutem Beispiel vorangegangen sein soll. [[Stefan Jäger|Jäger]] lieferte recht schnell ein drei Meter langes Bild, das so genannte „ursprüngliche&amp;quot; Einwanderungsbild, das bereits die uns bekannte Dreiteilung „Wanderung&amp;quot;, „Rast&amp;quot;, „Ankunft&amp;quot; enthielt, jedoch in den historischen Trachten der Einwanderungszeit Mängel aufwies, die beanstandet wurden und auf Betreiben von Johann Walzer, Direktor der [[Cărpiniș|Gertianosch]]er Kleinbauernsparkassa, dazu führten, den Künstler auf eine Studienreise nach Deutschland zu entsenden. Der Vorsitzende des Gewerbevereins Anton Gamauf beauftragte Lehrer Simon Kreppel mit der Durchführung einer neuen Sammelaktion, die diesmal Johann Walzer mit einer Spende von 200 Kronen eröffnete. Diese zweite Aktion zeigt recht deutlich, wie sehr das Einwanderungsbild ein kollektives Anliegen in [[Cărpiniș|Gertianosch]] gewesen sein muss. Das macht auch die erzielte Summe von 4650 Kronen sichtbar, die damals für den Ankauf von viereinhalb Waggon Weizen ausgereicht hätte. Ein Betrag, der die Spesen der Deutschlandfahrt des Malers erheblich überstieg und ihm als ein durchaus nicht unangemessenes Honorar zugewiesen worden war, wie [[Dr. Peter Pink]] berichtet. Dieses respektable Sammelergebnis nicht zuletzt mag den auf Repräsentation bedachten [[Adam Röser]] veranlasst haben, nun ein noch größeres, ein richtiges Monumentalgemälde bei [[Stefan Jäger]] in Auftrag zu geben. Es wurde dann, mit den uns bekannten Maßen von 5,100 x 1,450 Meter und mehr als 80 dargestellten Gestalten, das bisher größte Gemälde der Banater Schwaben und wohl auch ihr größtes aller Zeiten. Dass es auch mit Abstand unser liebstes Bild ist, verdanken wir dem Können des Malers wie auch der Geschäftstüchtigkeit [[Adam Röser|Rösers]], der, neben dem Maler, Miteigentümer des Bildes war. Er hatte die Idee, bei der [[Budapest]]er Verlagsgesellschaft Franklin Farbreproduktionen des Einwanderungsbildes in großer Auflage herstellen zu lassen, die einen guten Absatz fanden, von dessen Erlös dem Künstler diesmal, wie berichtet wird, nur ein geringer Teil zufloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der besondere Auftrag - ein solcher war es wohl - traf den damals noch nicht drei-ßigjährigen Künstler fachlich nicht unvorbereitet. In [[Budapest]] hatte er bei dem aus Klausenburg stammenden Professor Szekely Bertalan Malerei studiert - einem in seiner Zeit viel beachteten Meister großformatiger historischer Gemälde. Das mag [[Stefan Jäger]] in seiner Entscheidung bestärkt haben, den [[Cărpiniș|Gertianosch]]er Auftrag in der Zuversicht einer guten Ausführung anzunehmen. Die Ateliergeschichte des Einwanderungsbildes umschließt eine Fülle von Skizzen, Trachtenstudien und Entwürfen, angefangen vom so genannten „ursprünglichen Einwanderungsbild&amp;quot; bis hin zu später ausgeführten Varianten. Darüber kann in den Veröffentlichungen von [[Dr. Peter Pink]], Dr. Matz Hoffmann, [[Robert Reiter|Franz Liebhard]], [[Cărpiniș|Gertianosch]]Annemarie Podlipny-Hehn]] und [[Karl-Hans Gross]] (der eine zweibändige Monografie über den [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Schwabenmaler veröffentlichte) nachgelesen werden. [[Stefan Jäger]]ist es gelungen, in drei Jahren ein malerisch, kompositorisch und historisch überzeugendes Werk zu gestalten, das hundert Jahre später zumindest bei seinen deutschen Landsleuten nichts von seiner Attraktivität eingebüßt hat. [[Cărpiniș|Gertianosch]]Annemarie Podlipny-Hehn]] verweist in ihrer 1972 bei [[Kriterion]]/Bukarest herausgegebenen Veröffentlichung „Stefan Jäger&amp;quot; auf „die geschickte Verteilung und Gruppierung der Figuren&amp;quot; hin, auf „das Gleichgewicht der Komposition&amp;quot;, sie hebt die sowohl zeichnerisch wie malerisch erzielte perspektivische Wirkung des Bildes hervor und die sorgfältige Farbgebung. Der [[Timișoara|Temeswar]]er Essayist [[Robert Reiter|Franz Liebhard]] betrachtet in seiner 1970 gleichfalls bei Kriterion erschienenen Studie über den „Schwabenmaler Stefan Jäger&amp;quot; das Einwanderungsbild als dessen Hauptwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat es sein künstlerisches Werk neu orientiert. Der [[Cărpiniș|Gertianosch]]er Erfolg hatte dazu geführt, in Leben und Arbeit der Banater Schwaben ein Thema zu finden, das auf [[Stefan Jäger|Jäger]] zugeschnitten war und zum Inhalt seines Malerlebens werden sollte. Mehr noch als in den vielen Hunderten Aquarellen aus dem Banater Volksleben sind es die ungezählten Skizzen zur Tracht, zum Festtag und zur Arbeitswelt, die zeigen, mit welcher Sorgfalt und Hingabe der [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Meister sich des erkannten und gewählten künstlerischen Lebensthemas angenommen hat. Was ihn letzthin zum „Schwabenmaler&amp;quot; werden ließ, ist die tiefe Verinnerlichung und künstlerische Umsetzung der heimatlichen Welt, wie sie sich vorwiegend in der Zwischenkriegszeit wahrgenommen und verstanden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ereignis der Enthüllung des Einwanderungsbildes zur Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung zu Pfingsten 1910 in [[Cărpiniș|Gertianosch]] ist in die Annalen der Banater Schwaben eingegangen. Ausstellungen waren damals weltweit nicht nur Mode - sie entsprachen dem Zeitgeist und dem Bedürfnis nach Selbstdarstellung von Völkern und Mächten, Produzenten und Händlern, Herrschern und Kirchen, Wissenschaftlern und Volkserziehern. Die Großen und Mächtigen machten vor, was, auf das jeweilige Maß reduziert, nachgeschneidert wurde. Kaiser Wilhelm II. demonstrierte in Paradeuniform, von sechs gleichfalls in Paradeuniform eingekleideten Söhnen flankiert, die Vitalität seines Reiches, die Habsburgerin Elisabeth, uns zumindest als Kinolegende Sissy in Erinnerung, hatte sich zur angeblich schönsten Monarchin der Welt durchgehungert, Paris baute zur Weltausstellung von 1889 das damalige Weltwunder Eiffelturm - höher als alles, was die moderne Welt bis dahin zu bieten hatte. Mit alldem zu konkurrieren hatte [[Cărpiniș|Gertianosch]] auf der Banater Heide begreiflicherweise nicht im Sinn, aber im eigenen Landkreis wollte man schon gesehen werden mit gutem Getreide, bestem Vieh, gediegenen Handwerker-erzeugnissen, mit der Handarbeitskunst der Bäuerinnen und - mit [[Stefan Jägers]] monumentalem Einwanderungsbild. Man sah sich gewissermaßen en miniatur neben den sich an Glanz überbietenden Weltausstellungen, und das war so absonderlich nicht, glaubt man Meyers Konversationslexikon von 1894, worin beanstandet wird: „Es hat Ausstellungen gegeben, deren Wert kein anderer war als der eines Jahrmarktes.&amp;quot; Da konnte man sich 1910 in [[Cărpiniș|Gertianosch]] gut sehen lassen. Tausende kamen, staunten und feierten alles mit, was es zu feiern gab. Die Ortsgruppe des Bauernvereins und der Handels- und Gewerbeverein feierten Fahnenweihen, Ehrenurkunden wurden an Handwerker und Landwirte verliehen, man rief ausgiebig Éljen, gab sich und war vaterländisch und sah sich bestätigt, als Abt-Domherr Franz Blaskovics in Anwesenheit des Abgeordneten Julius Hódy zur Enthüllung des Einwanderungsbildes seine Anerkennung aussprach und den Segen erteilte. Erwartet worden war, wie Matz Hoffmann berichtet, auch Minister Apponyi aus [[Budapest]], der aber aus politischen Gründen der Veranstaltung fern blieb. Angeblich war es auch den örtlichen Behörden verboten, in amtlicher Eigenschaft an der Enthüllungsfeier des Einwanderungsbildes teilzunehmen. So beiläufig, wie von uns heute vielleicht angenommen, scheint der Pfingstsonntag 1910 in [[Cărpiniș|Gertianosch]] doch nicht gewesen zu sein. Zwar berichtete die „Temesvárer Zeitung&amp;quot; vom 18. Mai 1910: „Die Politik war gänzlich ausgeschaltet&amp;quot;, doch lässt eine solche Behauptung erfahrungsgemäß die Annahme des Gegenteils zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde auch fotografiert. Lehrer Simon Kreppel hat eine Aufnahme aufbewahrt, ein Gruppenbild der Gewerbevereinsmitglieder mit Familienangehörigen und dem Maler [[Stefan Jäger]] in der Mitte. Auf der Rückseite des Erinnerungsfotos notierte Lehrer Kreppel kurze Bemerkungen zum Ereignis - auf ungarisch, wie es sich für einen schwäbischen Patrioten gehörte. Deswegen muss er kein schlechter Landsmann gewesen sein, es zeigt aber, wie das, was wir Identität nennen, durchaus unterschiedlich auslegbar sein kann. Die Identität der Schwaben in [[Cărpiniș|Gertianosch]] litt nicht unter einer deutsch-ungarischen Gegensätzlichkeit, obwohl doch, aus heutiger Sicht, genügend Anlass dazu bestanden hätte. Zwar sah man sich bewusst in der Reihe der Ahnen, aber ungarisch wollte man schon sein. Da muss auffallen, dass auf [[Stefan Jäger|Jägers]] Einwanderungsbild nichts Ungarisches auch nur andeutungsweise vorkommt - neben den dargestellten Einwanderern ist als einzige andere Figur lediglich ein Beamter der Kameralverwaltung dargestellt, der im dritten Teil des Gemäldes den Siedlern die Häuser zuweist. Ein Ungar ist es nicht. Obwohl das Bild damals „Einzug der Deutschen in Ungarn&amp;quot; hieß, ist von den Ungarn selbst nichts zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist jedoch nicht anzunehmen, dass [[Stefan Jäger]] damit eine politische Haltung sichtbar machen wollte. Sein Verhältnis zu den Ungarn dürfte unbeschwert gewesen sein, zumal sein gesamter Bildungsweg zwischen 1893 und 1899 über Szegedin und [[Budapest]] verlaufen ist, auf einer Schiene, die ungarischer nicht sein konnte. Seine erste Studienreise nach Österreich, Deutschland und Italien diente so gut wie ausschließlich der künstlerischen Fortbildung, dem universellen Gedanken in der Kunst, in den auch die ungarische Welt eingebunden war. Wenn diese in der Konzeption des Einwanderungsbildes, in der Bildidee, keinen Platz gefunden hat, mag das auf eine rein malerische Intuition zurückzuführen sein, die keine politische Auslegung zulässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Historikerkreisen neigt man gelegentlich dazu, den Auftrag zum Einwanderungsbild mit einem politischen Anliegen der Banater Schwaben um die Jahrhundertwende zu verbinden, gewissermaßen als künstlerischer Ausdruck einer deutschen Landnahme, die zur ungarischen oder slawischen dazugestellt werden sollte. Belege dafür fehlen bis heute. [[Dr. Peter Pink]] führt in seinem Bericht lediglich an, [[Adam Röser]] habe den Kunstmaler [[Stefan Jäger]] beauftragt, die Einwanderung der Banater Schwaben zu malen. „Wie das Bild gestaltet werden soll&amp;quot;, so [[Dr. Peter Pink|Dr. Pink]], „damit musste sich [[Stefan Jäger|Jäger]] selbst auseinandersetzen.&amp;quot; Im Bericht von [[Robert Reiter|Franz Liebhard]] wird, „nach [[Stefan Jäger|Jäger]]&amp;quot; die Anregung Rösers auf die Bemerkung reduziert: „Damit nicht allein die Sachsen ein Einwanderungsbild haben sollen.&amp;quot; So irgendwie, fügt [[Robert Reiter|Liebhard]] hinzu, soll der Röserische Ansporn gelautet haben, und er bezeichnet diesen abwertend als „schwäbischen Krähwinkelneid&amp;quot;. Das alles ist wenig dazu angetan, einen ernsthaft durchdachten politischen Gedanken mit dem Einwanderungsbild in Beziehung zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir dürfen davon ausgehen, dass im Weltverständnis und in der Kunst [[Stefan Jäger]]s, das Politische nicht vorkommt und somit alle Versuche, den Meister so oder anders zu vereinnahmen, zum Scheitern verurteilt sein müssen. In seiner Jäger-Studie von 1970 berichtet [[Robert Reiter|Franz Liebhard]], noch nachträglich um die zeitgemäße sozialistische Einordnung des Künstlers bemüht: „Der hochbetagte Meister schüttelte staunend das Haupt, wenn er vernahm, dass nach Zusammenhängen gesucht wird, die nicht auf der Oberfläche liegen, sondern darunter.&amp;quot; Es ging damals, am Vorabend von [[Stefan Jäger|Jägers]] 80. Geburtstag, um dessen bevorstehende Auszeichnung mit dem [[Arbeitsorden]] II. Klasse, für die eben das künstlerische Werk an sich nicht genügte, wenn es nicht klassenkämpferisch zugeordnet werden konnte. [[Robert Reiter|Franz Liebhard]] hat das mit einiger Eleganz zurechtgebogen, um nicht zu sagen verzerrt, und damit [[Stefan Jäger]] gewissermaßen sozialistisch hoffähig gemacht. Dieser hat den Orden erhalten, und durfte ihn zum Sonntagsanzug - was geschehen ist - mit ruhigem Gewissen tragen für ein Werk, das nun auch, möglicherweise von der falschen Seite, anerkannt worden war. Deportationen, Enteignungen und Schauprozesse hatten bei den Banater Schwaben tiefe Verunsicherungen hinterlassen und sie in ihrer Würde verletzt. Ihre Zukunft war mehr als ungewiss. [[Stefan Jäger|Jägers]] Auszeichnung kann dennoch als praktiziertes sozialistisches Demokratieverständnis angesehen werden, das im Kern freilich ohne Kern und somit auch unvermittelbar geblieben ist. [[Stefan Jäger|Jäger]] selbst hat es eine Rente von monatlich 800 Lei eingebracht, das war mehr als seine Landsleute in den fünfziger Jahren durchschnittlich verdient haben mochten. Er genoss im Sozialismus die Gnade des Alters, und es mag nichts anderes als der Pragmatismus der Diktatur gewesen sein, die ihn und sein Werk unbeschadet ließ. Gewandelt hat es ihn nicht, und es ist nicht einzusehen, warum er uns mit achtzig als hungernder Maler bedeutender sein müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war hingegen nicht eine weitabgewandte Naivität, die den Künstler unpolitisch bleiben ließ. Es war schlichtweg die Aufrichtigkeit des Herzens, mit der [[Stefan Jäger|Jäger]] es verstanden hat, das Tagesgeschehen seiner schwäbischen Heimat zu begleiten. Sich selbst und seine Kunst darzulegen, fiel ihm schon immer schwer. Bitte, das waren seine Bilder, und sie waren und sind alles andere als verschlüsselt. Er meint nicht, sie auslegen zu müssen. In einem handschriftlichen biografischen Abriss schreibt er: „Meine malerische Tätigkeit war hauptsächlich dahin gerichtet, meinen Landsleuten gewissenhaft ausgeführte Bilder in leicht verständlicher Form, mit Motiven aus dem Banater Volksleben und Heidelandschaften zugänglich zu machen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sollte eigentlich genügen, und wer mehr hineinzureden sich abmüht, redet an [[Stefan Jäger|Jäger]] vorbei und wird ihn seinen Landsleuten entfremden. Es fehlt keineswegs an missglückten Versuchen zur Politisierung des künstlerischen Werkes von [[Stefan Jäger]]. Die Deutsche Volksgruppe in Rumänien wollte in ihm den Streiter eines ewi-gen deutschen Auftrags erkennen, und die auf sie folgenden Kommunisten einen klassenbewussten Porträtisten des kleinen Mannes. Dass [[Stefan Jäger|Jäger]] eine heitere und heile Welt dargestellt hat, wollten die einen genau so übersehen wie die anderen die ausgeprägte und sich selbst genügende Regionalität der Bilder. Es könnte indessen auch ungewollt vorkommen, dass wir uns heute in unserer konsumorientierten Gesellschaft als nicht weniger leichtfertig erweisen, wenn wir das Jäger'sche Werk auf die Formel von Markt und Ware bringen wollten. Gewiss - [[Stefan Jäger]] malte was gefiel und bestellt wurde, und nicht selten war das der Hühnerhof wie auf dem Bild „von Nochbersch Resi&amp;quot;. Allemal aber bleibt es sein Verdienst, den Banater schwäbischen Bauern die Freude am echten, originalen Kunstwerk vermittelt zu haben, für das sie - was so selbstverständlich nicht ist - bereit waren Geld auszugeben. Das Banat und die Batschka waren, wie [[Stefan Jäger|Jäger]] in seinen autobiografischen Aufzeichnungen vermerkt, um 1900 herum „mit reisenden Bilderhändlern überflutet, die mit Dutzendbildern ihre Geschäfte machten... Ich habe mich darauf verlegt, die schönen schwäbischen Trachten, die landschaftlichen Stimmungen, Sitten und Gebräuche bei Festlichkeiten und im Alltagsleben darzustellen&amp;quot;. Er hat mit diesem Grundsatz, über die Freude am schönen Bild hinaus, bildungsfördernd gewirkt und erheblich, wenn auch wohl nicht vorsätzlich, zur Identitätsfindung seiner Landsleute beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder finden wir die Identität politisch ausgedeutet, mit ideologischen Ambitionen vermengt, sie ist aber vorrangig eine kulturelle Erscheinungsform, die sich in der Tradition, im Volksgut und in der Sprache äußert und erhält. In diesem Sinne sind die zahllosen Genre-Bilder [[Stefan Jäger]]s, ihre Verbreitung und anhaltende Beliebtheit, ganz gewiss identitätsstiftend gewesen, und zwar in höherem Maße als das monumentale Einwanderungsbild, das ja nicht aus dem Alltag gegriffen war, sondern eine zur Legende ausgewachsene historische Erinnerung zur Vorlage hatte. Es markiert allerdings den entscheidenden kreativen Ansatz des Künstlers [[Stefan Jäger]], und wir dürfen davon ausgehen, dass dieser ohne das Einwanderungsbild wohl kaum der „Schwabenmaler&amp;quot; geworden wäre, als den wir ihn heute verehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere auch, so haben auch wir Banater Schwaben mit der Identität unsere Schwierigkeiten. Zur Zeit der Einwanderung waren wir ein aus vielen deutschen Landschaften zusammengewürfeltes buntes Völkchen, das recht unterschiedliche Mundarten sprach und zudem von Franzosen aus Lothringen, Italienern aus dem Friaul und anderen Volkssplittern durchsetzt war. Wer aus dem Elsass kam, war dem Odenwälder ebenso fremd wie der Pfälzer dem Sauerländer. Die Identität der Ansiedler war regional geprägt und blieb es, bis die Erinnerung an die heimatliche Landschaft im Reich den konkreten Bezug weitgehend verloren hatte und von der Wahrnehmung einer neuen Zusammengehörigkeit abgelöst worden war, die zunächst noch am ehesten von den eingesessenen Völkern, vornehmlich von den Ungarn, erkannt und benannt worden war. Sie differenzierten die Zuwanderer nicht regional, sondern haben uns zusammenfassend als Schwaben bezeichnet, die wir wohl oder übel geblieben sind. Die alten Straßen- und Ortsnamen in unseren Dörfern aber - die Lothringer- oder die Pfälzer Gass oder Steierdorf im Banater Bergland - zeigen, wie bemüht die deutschen Siedler waren, ihre „wahre&amp;quot; Identität weder zu vergessen noch zu verleugnen. Ähnlich, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen, wurden nach der Vertreibung die Namen der Banater Heimatgemeinden auf die Straßen der Vertriebenensiedlungen übertragen, zur Erinnerung an die alte Heimat. Allein - die Identität ist damit nicht gewährleistet. Spätestens in der dritten Generation sind wir weitgehend aufgegangen im bayrischen, württembergischen oder rheinländischen Umfeld - wir nennen das Integration -, wechseln dabei den Dialekt und tauschen die Feste aus. Wir passen uns an. Wie unsere Vorfahren auch. An die Franzosen und Italiener der Siedlungszeit erinnerten drei Generationen später nur noch die Familiennamen - auch sie der deutschen Rechtschreibung recht mutwillig unterordnet, und aus Elsässern, Pfälzern und Sauerländern sind die Banater Schwaben hervorgegangen, wenn man so will, als eigenartiges nicht wiederholbares deutsch-deutsches Konglomerat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Identität muss übrigens nicht immer als erhebend empfunden werden und nicht immer auszeichnen. Unter anderen sind es immer wieder die Künstler und Literaten, die mit ihrer Identität geradezu kollidieren. Die Aktionsgruppe Banat trat offen gegen das an, was wir landläufig als Heimatliebe oder Heimattreue verstehen, und die ebenso vielgelobte wie gerügte Herta Müller leidet geradezu an ihrer Identität. Wir sollten das nicht dramatisieren, denn es ist so ungewöhnlich nicht. Auch Thomas Mann, Klabund, Bertold Brecht, Francois Villon, Marlene Dietrich und viele andere machten sich heimatlich unbeliebt, weil sie zumindest in Teilbereichen anderer Meinung waren und sich anders als gewünscht verhielten. Zur Identität, so ist zu sehen, gehören auch die Gegensätze, und da wird es nicht viel nützen, dass wir sie gern sauber hätten. Wir sollten uns fürs Ganze entscheiden, und es als gegeben annehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht erkennen wir ja unsere Identität am ehesten im Vergleich mit anderen. Dazu benötigen wir nicht den Vergleich mit den Ungarn, den Rumänen oder Serben - um das zu wissen, reicht ein Blick über den Zaun zu den Siebenbürger Sachsen. Kein Zweifel - wir sind anders, ganz abgesehen davon, dass wir katholisch sind. Das kostet uns heute nur noch ein Lächeln, und es ist gut, dass es so ist. Aber auch die Religion stiftet Identität, und wir sehen, dass diese ebenso trennt wie eint. Kroaten und Serben können uns dabei einfallen, Flamen und Holländer, aber auch die unierten Rumänen oder, ins Globale verlagert, die Schiiten und Sunniten im Orient usw. usw. Wir haben erlebt, wie die Teilung des Banats nach dem Ersten Weltkrieg zu unterschiedlichen Entwicklungen bei den Banater Schwaben in Rumänien und Jugoslawien geführt haben, und heute sind eigenständige Entwicklungen bei unseren Landsleuten in den USA, in Kanada oder in Brasilien zu sehen, die sich unterschiedlichen Anforderungen stellen müssen und unterschiedlich landsmannschaftlich einzubinden sind. Das Haus der Donauschwaben in Sindelfingen - es nennt sich gern Welthaus der Donauschwaben - stellt sich der Aufgabe eines Dachverbands, der Gemeinsamkeiten auszuloten und Besonderheiten zu berücksichtigen hat, eine Zielvorgabe ausarbeitet und organisatorisch koordiniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was uns bei aller Unterschiedlichkeit einigermaßen zusammenhält sind die verlorene Banater Heimat und der damit verbundene Mythos, zusammengefasst in dem schönen Einwandererspruch: Dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot. Etwas davon finden wir in [[Stefan Jäger]]s Triptychon eingearbeitet: den Drang und die Bereitschaft Heimat zu finden und ihr unser Gesicht zu geben. Adam Müller-Guttenbrunn lässt uns in seiner einst vielzitierten Hymne das Land anders in Besitz nehmen: “…und wo des Schwaben Pflug das Land durchschnitten, wird deutsch die Erde, und er weicht nicht mehr&amp;quot;, dichtet er. Wir aber wissen, das Unvorstellbare ist geschehen, wir sind gewichen und haben die „Heimat, deutschen Schweißes stolze Blüte&amp;quot; aufgegeben und anderen überlassen oder überlassen müssen. Stefan [[Stefan Jäger|Jägers]] Einwanderungsbild will nicht ein Heldenepos sein. Es ist ein künstlerisch ausgereifter Bericht über das Ereignis der Einwanderung. Der Künstler heroisiert nicht - er zeigt, wie wir Heimat finden, und dass es ein eher fragwürdiges Glück gewesen sein mochte, das die deutschen Auswanderer in Ungarn vorgefunden hatten. Denken wir daran, wie naheliegend es doch gewesen sein dürfte, zum Beispiel ein Triptychon mit der Eroberung des Banats durch den Prinzen Eugen, die Rodung der Wildnis und dem Triumph der Ernte als Einzelteile zu gestalten, so muss uns [[Stefan Jägers]] aufrichtige und dezente Darstellung über unsere Ankunft in der Fremde mit Dank erfüllen. Nichts Belastendes haftet dem Bild an, es ist frei von jeder großen Geste und von jeder Überheblichkeit. Es ist bemerkenswert, dass spätere Varianten sich einer triumphalen Darstellung zwar annäherten, bei den Banater Schwaben jedoch nie eine auch nur annähernde Aufnahme wie das eigentliche Einwanderungsbild gefunden haben. Das, meine Damen und Herren, dürfen wir uns gut schreiben, dass wir mit Herz und Sinn immer für dieses Monumentalwerk [[Stefan Jägers]] gestimmt haben, es angenommen haben und bewahren wollen - denn es ist ein Stück von uns. Und das, wenn ich es richtig sehe, hat sehr viel mit dem zu tun, was wir unter Identität verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Heinz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Referat, gehalten auf der 43. Kulturtagung des Landesverbandes Baden-Württemberg der Landsmannschaft der Banater Schwaben im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen am 18. November 2007. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors.''&lt;br /&gt;
''Der 1929 in [[Perjamosch]] geborene Schriftsteller und Publizist Franz Heinz war in Rumänien Redakteur bei der Tageszeitung Neuer Weg und Mitarbeiter der deutschen Programme im Bukarester Hörfunk und Fernsehen. Nach seiner Übersiedlung nach Deutschland 1976 wirkte er in Bonn als Redakteur der Kulturpolitischen Korrespondenz (1976-1990) sowie als Chefredakteur der Vierteljahresschrift Der gemeinsame Weg (1984-1990) und der Informationshefte Kulturspiegel (1990-1994). Seit 1995 ist er Chefredakteur der vom Mitteldeutschen Kulturrat herausgegebenen Vierteljahreshefte Kultur-Report. Zudem ist er ständiger Mitarbeiter beim Westdeutschen Rundfunk. Franz Heinz veröffentlichte mehrere Prosabände, schrieb Hörspiele, edierte Werke aus dem literarischen Erbe des Banats (Otto Alscher, Karl Grünn, Johann Szimits) und setzte sich in monographischen Studien und Essays mit bildender Kunst auseinander. Zuletzt erschienen vom ihm herausgegebene feuilletonistische Beiträge von Otto Alscher u. a.: Belgrader Tagebuch 1917-1918 (München, 2006). Der Schriftsteller wurde wiederholt mit Preisen ausgezeichnet.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufsatz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heimatblatt Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Identität]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.18.242</name></author>
		
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		<title>ART:0811 - Ein Stück von uns</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.18.242: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Aufsatz&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Heinz&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Franz&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Ein Stück von uns&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = Landsmannschaft&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  =&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Aufbruch und Ausklang&lt;br /&gt;
 |Untertitel          = Zur Ansiedlung und &amp;quot;Rückwanderung der Banater Schwaben&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         = Kulturtagung&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Stuttgart&lt;br /&gt;
 |Verlag              =&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 2009&lt;br /&gt;
 |Seite               = 147-161&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Stefan Jägers Einwanderungsbild und die Identität der Banater Schwaben'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''in: Aufbruch und Ausklang. Zur Ansiedelung der Banater Schwaben im 18. Jahrhundert und ihrer „Rückwanderung&amp;quot; Ende des 20. Jahrhunderts, Beiträge der 43. und 44. Kulturtagung in Sindelfingen - 17./18. November 2007 und 22./23. November 2008 - Stuttgart 2009, S.147-161''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist unser Bild. Kein anderes ist so verbreitet bei den Banater Schwaben, kein anderes hat so viel Beachtung und Zustimmung gefunden wie [[Stefan Jäger]]s [[Triptychon]] „[[Die Einwanderung der Schwaben ins Banat]]&amp;quot; - korrekter wohl „der Deutschen“, wie es gelegentlich auch bezeichnet worden ist. Es waren ja nicht vorwiegend Schwaben, die das Banat besiedelt und kultiviert haben, sondern Deutsche aus den südwestlichen Landschaften und aus anderen Gebieten des Reiches. Auch die anderssprachigen Nachbarn - die Rumänen, Ungarn und Serben - haben, so weit es mir bekannt ist, kein Kunstwerk mit vergleichbarer Popularität und Verbreitung vorzuzeigen. Der Erfolg war übrigens nicht wiederholbar. [[Stefan Jäger|Jäger]] selbst hat auf Bestellung Repliken seines Monumentalwerkes angefertigt und zum Einwanderungsthema mehrere bald vergessene Varianten gemalt, und der zwei Jahrzehnte jüngere Banater Maler [[Franz Ferch]] hat mit dem Triptychon „Das Gebet der Ahnen&amp;quot; und seiner groß angelegten Komposition „Das Lagerfeuer&amp;quot; vergeblich an [[Stefan Jäger|Jägers]] Erfolg anzuknüpfen versucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist das Besondere an diesem Bild? Ist es seine Monumentalität, die Meisterschaft der Ausführung oder haben doch eher seine Verehrer und Mittelsmänner - die Manager, wie wir heute sagen würden - den Erfolg bewirkt und ihn verfestigt? Von jedem wird wohl etwas dabei sein und jedes verdient gesondert unsere Aufmerksamkeit. Auch hier jedoch gilt die alte Regel, dass es das richtige Bild in der richtigen Zeit war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welches war nun diese Zeit, und wie sah sie im Banat aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 28. Mai 1877 als zweites Kind des Feldschers [[Franz Jäger]] und seiner Frau [[Magdalena Schuller]] in der Gemeinde [[Cenei|Tschene]] geboren&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Jägers Vater Franz Jäger (1839-1901) stammte aus Nakodorf und war in [[Cenei|Tschene]] als Feldscher und Barbier tätig. Die Mutter Magdalena (1855-1927), geborene Schuller (Schuler), war ein adoptiertes Kind aus Billed, die einen kleinen Grundbesitz mit in die Ehe gebracht hat. Stefans älterer Bruder Ferdinand wurde 1875 geboren. [[Cenei|Tschene]] bestand damals aus zwei Gemeinden: Serbisch-Tschene mit 3200 Einwohnern und Kroatisch-Tschene mit 500 auch deutschen Einwohnern.&amp;lt;/ref&amp;gt;, war [[Stefan Jäger]]s Welt das aufstrebende Bürgertum der Jahrhundertwende, die sich in Mitteleuropa als Gründerzeit definierte, als eine Art fortschrittlicher Wohlstandsgesellschaft begriff und sich in der so genannten Belle Èpoque nicht nur in Frankreich den Sinn für das Dekorative aneignete und entwickelte. Die Industrie veränderte die Welt, alles schien machbar: Die Titanic wurde gewagt und gebaut, die großen europäischen Städte trugen ihre alten Befestigungsanlagen um den Stadtkern ab und ersetzten sie mit modernen Prachtstraßen, die Wirtschaft expandierte, die letzten Teilstücke der kolonialen Welt fanden ihre Herren, und die Kaiser, Könige und Zaren überboten einander mit Paraden und demonstrativer Macht. Europa war das unbestrittene Zentrum der Welt, und seine Mitte markierten die Dynastien der Habsburger und Hohenzollern. Nie wieder hat Europa einen solchen Glanz entfaltet. Die Dörfer im Banat, zumindest die größeren unter ihnen, blieben davon nicht unberührt. Als wichtige Errungenschaft der Zeit durchkreuzte die Eisenbahn Heide und Hecke, die Walzmühlen verdrängten Wasser-, Wind- und Rossmühlen, die Kapitalisierung der Landwirtschaft und ihrer Märkte steigerte die Preise und brachte das Geld in Umlauf, Sparkassen entstanden, das Großbauerntum etablierte sich neben den traditionellen Grundherren - man wollte etwas gelten und sich auch entsprechend darstellen. In ganz Europa feierte die Historienmalerei Triumphe: Preußen erkannte sich in der Bilderwelt von Adolph Menzel wieder, in Österreich war es Hans Makart, der die kaiserliche Glorie künstlerisch festzuhalten verstand, die Polen feierten ihre Taten in Johann Matejkos Bildern, die Ungarn ihre Eigenart im Werk von Michael Munkácsy, mit dem vormals schönen deutschen Namen Lieb. Im Banat waren es bis dahin neben der Kirche und ihren Würdenträgern die gehobene Beamtenschicht und der eher etwas dürftige Adel, der Aufträge, vornehmlich Porträtaufträge, an einheimische und zugewanderte Künstler vergab. Nun drängte das reiche und zunehmend selbstbewusste Bürgertum nach vorn und wollte, wenn auch auf andere Weise, repräsentieren. Die in den gleichen Sog geratenen großen Landgemeinden wollten und durften nicht nachstehen. Handel und Gewerbe, aber auch das Bildungswesen hatten die Abgeschiedenheit und Weltfremdheit der Dörfer durchbrochen und sie mit einem neuen Selbstwertgefühl ausgestattet, das seinen angemessenen Standort suchte. Das Vereinswesen blühte, die ausgedienten Militärmusiker gründeten mit Eifer konkurrierende Blaskapellen, Männergesangvereine traten auf, und es reihten sich die Feste aneinander: Fahnenweihen, Sport- und Sängerfeste, Kathreinbälle, Gewerbeausstellungen. Die ersten Ortsmonografien wurden geschrieben. Begüterte Familien und wendige - manchmal auch windige - Männer fanden oder erstritten sich ihren Platz in der aufstrebenden Dorfgemeinschaft, häuften Güter und Ämter, machten sich unentbehrlich und verdarben nicht selten an einer Überdosis von Raff- und Geltungssucht. Einer von ihnen war [[Adam Röser]] in [[Cărpiniș|Gertianosch]]: Postmeister, Leiter des Schulausschusses, Gründer und Obmann des Leichenbestattungsvereins, Gründer des Schützenvereins, Direktor der ersten [[Cărpiniș|Gertianosch]]er Sparkasse-Aktiengesellschaft und Mitbegründer des [[Konvikt|Gertianoscher Konviktes]] in [[Szeged]]in, Besitzer einer Ziegelei. Er war durch Einheiraten in die begüterte Familie Vuchetics&amp;lt;ref&amp;gt;Die kroatische Adelsfamilie Vuchetics gelangte um 1820 ins Banat, wo sie für ihren in der Militärgrenze gelegenen Besitz begütert wurde und über den regionalen Bereich hinaus Einfluss ausübte. Sämtliche 23 Mitglieder der Gemeindevertretung im damaligen [[Cenei|Tschene]] trugen den Namen Vuchetics (vgl. Franz Liebhard: Menschen und Zeiten. Bukarest: Kriterion 1970).&amp;lt;/ref&amp;gt; im benachbarten [[Cenei|Tschene]] reich geworden, galt als tüchtig, gewitzt und ist doch bis zuletzt infolge verfehlter Spekulationen zahlungsunfähig geworden. Dennoch ein Mann der Stunde und mit dem Blick aufs Ganze. Es ist so unnatürlich und auch so missfällig nicht, dass gerade dieser umtriebige [[Adam Röser]] maßgeblich an der Entstehung des [[Einwanderungsbildes]] beteiligt gewesen ist. Die Idee dazu soll, eher beiläufig, sein damaliger Buchhalter [[Jakob Knopf]] geäußert haben, wie [[Dr. Peter Pink]] in seiner Arbeit „Stefan Jäger - ein Banater schwäbischer Kunstmaler&amp;quot; berichtet. Zur Ausführung bedurfte es dann doch eines [[Adam Röser]], zumal die Finanzierungsfrage für das Gelingen des Vorhabens entscheidend war. Und groß - das stand von Anfang an fest - musste das Bild schon sein. Größer als groß - monumental.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das passte in die Zeit, die sich im Repräsentativen gefiel, und es passte in ein groß, wohl etwas zu groß geratenes Königreich Ungarn&amp;lt;ref&amp;gt; Das Königreich Ungarn umfasste vor dem Ersten Weltkrieg 322.310 Quadratkilo-meter mit insgesamt 17 Millionen Einwohnern, von denen nur etwas über 7 Millionen ungarischer Nationalität waren. Neben ihnen lebten mehr als 2,5 Millionen Serben und Kroaten, nahezu 2 Millionen Slowaken, 380.000 Ruthenen, 2,5 Millionen Rumänen, über 2 Millionen Deutsche, 725.000 Juden, 91.000 Zigeuner und zahlreiche kleinere Gruppen anderer Nationalitäten. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rücksichtslos betriebene Madjarisierungspolitik löste bei den Minderheiten nationale Gegenbewegungen aus, die 1918 zum Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie beigetragen haben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;, das seine neue Glorie probte für sich selbst wie gegen andere Völker, und so ungewollt eine Identitätsfrage bei den benachbarten Slawen und Rumänen und sogar bei den biederen und landestreuen Banater Schwaben ausgelöst, um nicht zu sagen losgetreten hatte. [[Adam Müller-Guttenbrunns]] Heimatromane waren die meistgelesenen Bücher im Banat und hinterließen tiefe Nachdenklichkeit&amp;lt;ref&amp;gt;Adam Müller-Guttenbrunns volkserzieherische Tätigkeit behandelt Dr. Hans Weresch ausführlich in „Adam Müller-Guttenbrunn - sein Leben, Denken und Schaffen&amp;quot;, 2 Bände, Freiburg 1975 im Selbstverlag. Kein anderer Autor aus Banater Wurzel ist bei den Banater Schwaben bekannter oder mehr gelesen. Für seinen 1910 bei Staackmann/Leipzig erschienenen Roman „Glocken der Heimat&amp;quot; wird vom Verlag eine Startauflage von 46.000 Exemplaren angegeben. Nur [[Stefan Jäger|Jägers]] Einwanderungsbild fand als Reproduktion eine ähnliche Verbreitung.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der Bauerndichter Josef Gabriel poetisierte das schwäbische Dorf, Johann Szimits die Mundart, der rebellierende Viktor Orendi-Hommenau gab in [[Timișoara|Temeswar]] die Zeitschrift „Von der Heide&amp;quot; heraus, der Historiker Ludwig Baróti-Grünn belegte wissenschaftlich Herkunft und Schicksal der deutschen Siedler im Banat, die Ungarländische Deutsche Volkspartei war gegründet worden, und die schwäbischen Dörfer in Heide und Hecke gehörten zu den ansehnlichsten und wohlhabendsten im Lande. Die Selbstbesinnung und das Anliegen, auf sich selbst hinzuweisen, war für alle ein durchaus politisch zu nennendes Gebot der Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass sich die Banater Schwaben ausgerechnet für ein monumentales Gemälde entschieden, überrascht zunächst. Im eigenen regionalen Kulturverständnis gibt es kaum Anhaltspunkte, die auf eine identitätsstiftende künstlerische Monumentalarbeit hinweisen. Der häusliche Bedarf war im Wesentlichen auf die Heiligenbilder im Herrgottswinkel beschränkt und wurde von Fliegenden Händlern versorgt. Mehr an Kunst war weder nötig noch gewünscht. Die geschichtsbildprägende Funktion der Historienmalerei allerdings war zumindest der gehobenen Schicht so unbekannt nicht und dürfte diese in ihrer Entscheidung für ein Einwanderungsbild bestärkt haben. Es war die legendäre Siedlungsleistung der Ahnen, die als historische Tat im Bewusstsein der Banater Schwaben verankert war, auf die man stolz sein durfte und auf die man hinzuweisen sich nicht scheute. Den Maler dafür meinte man ja zu haben, immerhin einen akademisch ausgebildeten Kunstmaler, ein Banater Kind, das sein Brot in der ungarischen Hauptstadt verdiente&amp;lt;ref&amp;gt; Nach der römisch-katholischen Elementarschule in [[Cenei|Tschene]] besuchte [[Stefan Jäger]] 1889-93 die Private [[Handelsschule]] von [[Franz Wieszner]] in [[Timișoara|Temeswar]]. Wieszner (Wiesner, Wiessner) stammte aus Mähren, war 1860 nach [[Timișoara|Temeswar]] zugewandert und bis 1899 Direktor der Schule, die 1900 in den Besitz der Stadt überging. 1893-95 besuchte Jäger die [[Bürgerschule]] in [[Szeged]]in, wo seine künstlerische Begabung von dem Burgenländer Zeichenlehrer [[Obendorf]] erkannt und gefördert wurde. Ein Mittellosigkeitszeugnis der Gemeindebehörde [[Cenei|Tschene]] verhalf ihm 1895-99 als Freischüler zur künstlerischen Ausbildung an der [[Zeichenschule|Zeichenlehrer-Bildungsanstalt]] / Landeszeichenschule (Modellzeichenschule) in [[Budapest]] (Schüler von [[Ede Balló|E. Balló]] und [[Bertalan Székely|B. Székely]]). Zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten war Jäger genötigt, eine Erzieherstelle bei der gräflichen Familie [[Széchy]] anzunehmen. 1899-1901 Studienreisen durch Österreich, Deutschland, Italien. &amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein dürftiges Brot freilich, abhängig von der Bestellung des Kunsthändlers [[Almásy]], der seine Klientel mit Heiligenbildern, Landschaften und Stillleben belieferte. Gelegentliche Anfragen gleicher Art aus der Banater Heimat waren ebenso wenig dazu angetan, Großaufträge von den Landsleuten zu erwarten, die für ihr wirtschaftliches Denken und für ihre Sparsamkeit ebenso bekannt wie geachtet waren. Von einem Maler [[Stefan Jäger]] wussten damals im Banat nur wenige. Selbst der Heimatdichter [[Peter Jung]] (1887-1966)&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Jung (1887-1966), [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Dichter und Journalist. 1920-28 und 1931-41 Schriftleiter der „Hatzfelder Zeitung&amp;quot;, 1928-31 Redaktionsmitglied der „Banater Deutschen Zeitung&amp;quot;. Veröffentlichungen in zahlreichen deutschsprachigen Publikationen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Sein Gedicht „Mein Heimatland&amp;quot; wurde von Wilhelm Ferch und Josef Linster vertont.&amp;lt;/ref&amp;gt; will erst nach dem Ersten Weltkrieg erfahren haben, dass der Kunstmaler aus [[Cenei|Tschene]] sich bereits 1910 in [[Jimbolia|Hatzfeld]] niedergelassen hatte. Es bleibt ohnehin ein kleines Wunder, wie die recht ansehnliche Vorfinanzierung des Bildes und dessen spätere Vermarktung bei den sonst nüchtern kalkulierenden Schwaben auf der Banater Heide greifen konnte. Vergessen wir nicht, hier war viel Geld für etwas auszugeben, von dem die meisten keine rechte Vorstellung haben konnten und wohl auch nicht viel gehalten haben mochten. Der Kasinoverein, der Leseverein, der Gewerbeverein und der Bauernverein haben Liederabende, Konzerte, Vorträge, Dilettantenvorstellungen und Bälle veranstaltet und die Überschüsse für das [[Einwanderungsbild]] zurückgelegt. Auch direkte Spenden wurden gesammelt, wobei [[Adam Röser]] mit gutem Beispiel vorangegangen sein soll. [[Stefan Jäger|Jäger]] lieferte recht schnell ein drei Meter langes Bild, das so genannte [[„ursprüngliche&amp;quot; Einwanderungsbild]]&amp;lt;ref&amp;gt;Als „ursprüngliches Einwanderungsbild&amp;quot; bezeichnet Dr. Matz Hoffmann (1891-1957) die drei Meter lange erste Ausführung des Bildes. Es wurde erstmals im [[Cărpiniș|Gertianosch]]er Kasinoverein ausgestellt. [[Dr. Peter Pink]] (1900-1973) übernahm die Bezeichnung in seiner biografischen Arbeit über [[Stefan Jäger]]. Das Bild befand sich im Besitz von [[Adam Röser]] und gilt heute als verschollen. In seinem Buch „Stefan Jäger. Maler seiner heimatlichen Gefilde&amp;quot;, Oswald Hartmann Verlag, Sersheim 1991, weist [[Karl-Hans Gross]] auf eine im Nachlass des Künstlers aufgefundene Negativplatte hin, in der ein Abbild des „ursprünglichen&amp;quot; Einwanderungsbildes vermutet werden könnte.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das bereits die uns bekannte Dreiteilung „[[Wanderung]]&amp;quot;, „[[Rast]]&amp;quot;, „[[Ankunft]]&amp;quot; enthielt, jedoch in den historischen Trachten der Einwanderungszeit Mängel aufwies, die beanstandet wurden und auf Betreiben von [[Johann Walzer]], Direktor der [[Cărpiniș|Gertianosch]]er Kleinbauernsparkassa, dazu führten, den Künstler auf eine [[Studienreise]] nach Deutschland zu entsenden. Der Vorsitzende des Gewerbevereins [[Anton Gamauf]] beauftragte Lehrer [[Simon Kreppel]] mit der Durchführung einer neuen Sammelaktion, die diesmal Johann Walzer mit einer Spende von 200 Kronen eröffnete. Diese zweite Aktion zeigt recht deutlich, wie sehr das [[Einwanderungsbild]] ein kollektives Anliegen in [[Cărpiniș|Gertianosch]] gewesen sein muss. Das macht auch die erzielte Summe von 4650 Kronen sichtbar, die damals für den Ankauf von viereinhalb Waggon Weizen ausgereicht hätte. Ein Betrag, der die Spesen der Deutschlandfahrt des Malers erheblich überstieg und ihm als ein durchaus nicht unangemessenes Honorar zugewiesen worden war, wie [[Dr. Peter Pink]] berichtet&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dr. Peter Pink]] berichtet in „Stefan Jäger - Ein Banater schwäbischer Maler&amp;quot;: „Wie man jetzt hier erfuhr, war nicht nur [[Adam Röser]] der ‚Förderer’ des Einwanderungsbildes, sondern auch andere ehrenwerte Personen aus [[Cărpiniș|Gertianosch]], und wohl gebührt auch der ganzen Gemeinde [[Cărpiniș|Gertianosch]] Dank und Anerkennung.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dieses respektable Sammelergebnis nicht zuletzt mag den auf Repräsentation bedachten [[Adam Röser]] veranlasst haben, nun ein noch größeres, ein richtiges Monumentalgemälde bei [[Stefan Jäger]] in Auftrag zu geben. Es wurde dann, mit den uns bekannten Maßen von 5,100 x 1,450 Meter und mehr als 80 dargestellten Gestalten, das bisher größte Gemälde der Banater Schwaben und wohl auch ihr größtes aller Zeiten. Dass es auch mit Abstand unser liebstes Bild ist, verdanken wir dem Können des Malers wie auch der Geschäftstüchtigkeit [[Adam Röser|Röser]]s, der, neben dem Maler, Miteigentümer des Bildes war. Er hatte die Idee, bei der [[Budapest]]er Verlagsgesellschaft [[Franklin]] Farbreproduktionen des Einwanderungsbildes in großer Auflage herstellen zu lassen, die einen guten Absatz fanden, von dessen Erlös dem Künstler diesmal, wie berichtet wird, nur ein geringer Teil zufloss. Der besondere Auftrag - ein solcher war es wohl - traf den damals noch nicht dreißigjährigen Künstler fachlich nicht unvorbereitet. In [[Budapest]] hatte er bei dem aus Klausenburg stammenden Professor [[Bertalan Székely|Székely Bertalan]] Malerei studiert - einem in seiner Zeit viel beachteten Meister großformatiger historischer Gemälde. Das mag [[Stefan Jäger]] in seiner Entscheidung bestärkt haben, den [[Cărpiniș|Gertianosch]]er Auftrag in der Zuversicht einer guten Ausführung anzunehmen. Die Ateliergeschichte des Einwanderungsbildes umschließt eine Fülle von Skizzen, Trachtenstudien und Entwürfen, angefangen vom so genannten „ursprünglichen Einwanderungsbild&amp;quot; bis hin zu später ausgeführten Varianten. Darüber kann in den Veröffentlichungen von [[Dr. Peter Pink]], Dr. Matz Hoffmann, [[Robert Reiter|Franz Liebhard]], [[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|Annemarie Podlipny-Hehn]] und [[Karl-Hans Gross]] (der eine zweibändige Monografie über den [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Schwabenmaler veröffentlichte) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger]] ist es gelungen, in drei Jahren ein malerisch, kompositorisch und historisch überzeugendes Werk zu gestalten, das hundert Jahre später zumindest bei seinen deutschen Landsleuten nichts von seiner Attraktivität eingebüßt hat. [[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|Annemarie Podlipny-Hehn]] verweist in ihrer 1972 bei [[Kriterion]] / Bukarest herausgegebenen Veröffentlichung „Stefan Jäger&amp;quot; auf „die geschickte Verteilung und Gruppierung der Figuren&amp;quot; hin, auf „das Gleichgewicht der Komposition&amp;quot;, sie hebt die sowohl zeichnerisch wie malerisch erzielte perspektivische Wirkung des Bildes hervor und die sorgfältige Farbgebung. Zu Recht bezeichnet der [[Timișoara|Temeswar]]er Essayist [[Robert Reiter|Franz Liebhard]] in seiner 1970 gleichfalls bei [[Kriterion]] erschienenen Studie über den „Schwabenmaler Stefan Jäger&amp;quot; das Einwanderungsbild als dessen Hauptwerk. Tatsächlich hat es sein künstlerisches Werk neu orientiert. Der [[Cărpiniș|Gertianosch]]er Erfolg hatte dazu geführt, in Leben und Arbeit der Banater Schwaben ein Thema zu finden, das auf [[Stefan Jäger|Jäger]] zugeschnitten war und zum Inhalt seines Malerlebens werden sollte. Mehr noch als in den vielen Hunderten Aquarellen aus dem Banater Volksleben sind es die ungezählten Skizzen zur Tracht, zum Festtag und zur Arbeitswelt, die zeigen, mit welcher Sorgfalt und Hingabe der [[Jimbolia|Hatzfeld]]er Meister sich des erkannten und gewählten künstlerischen Lebensthemas angenommen hat&amp;lt;ref&amp;gt;Sowohl [[Robert Reiter|Franz Liebhard]] wie [[Dr. Peter Pink]] und [[Dr. Annemarie Podlipny-Hehn|Annemarie Podlipny-Hehn]] weisen auf die Bedeutung und Vielzahl der Skizzen von [[Stefan Jäger]] hin. In den Notizen zu seinem Lebenslauf führt der Künstler an: „...habe 1954 in [[Timișoara|Temeswar]] bei einer Regionalausstellung teilgenommen, wo auch ein Stück für das [[Banater Museum|Regionalmuseum]] angekauft wurde. Dorthin habe ich Skizzen und Entwürfe überlassen (150 Stück).&amp;quot; – Wie [[Franz Ferch]], damals Vorsitzender der [[Timișoara|Temeswar]]er Filiale des Künstlerverbandes, berichtet, hat das [[Banater Museum|Temeswarer Museum]] [[Stefan Jäger|Jägers]] Skizzen für 13.000 Lei angekauft. [[Dr. Peter Pink]] erwähnt „ca. 600 Skizzen, die [[Stefan Jäger]] in seinen letzten Lebensjahren nach Themen in Mappen geordnet hatte&amp;quot; und die nach dem Tod des Künstlers von seiner Nichte Maria betreut wurden. Jäger hatte die Skizzen in sechs Abschnitte gegliedert:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
	1. Das Volksleben der Banater Schwaben (Bauarten, Trachten, Typen, Landwirtschaftliche Arbeit auf dem Acker, Mußestunden, Festtage)&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
	2. Landschaften - das Flachland des Banats in den vier Jahreszeiten&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
	3. Stillleben - Blumen und Obst&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
	4. Gemüsemarkt&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
	5. Portraits&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
	6. Zigeuneridylle&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was ihn letzthin zum „Schwabenmaler&amp;quot; werden ließ, ist die tiefe Verinnerlichung und künstlerische Umsetzung der heimatlichen Welt, wie sie sich vorwiegend in der Zwischenkriegszeit wahrgenommen und verstanden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ereignis der Enthüllung des Einwanderungsbildes zur Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung zu Pfingsten 1910 in [[Cărpiniș|Gertianosch]] ist in die Annalen der Banater Schwaben eingegangen. Ausstellungen waren damals weltweit nicht nur Mode - sie entsprachen dem Zeitgeist und dem Bedürfnis nach Selbstdarstellung von Völkern und Mächten, Produzenten und Händlern, Herrschern und Kirchen, Wissenschaftlern und Volkserziehern. Die Großen und Mächtigen machten vor, was, auf das jeweilige Maß reduziert, nachgeschneidert wurde. Kaiser Wilhelm II. demonstrierte in Paradeuniform, von sechs gleichfalls in Paradeuniform eingekleideten Söhnen flankiert, die Vitalität seines Reiches, die Habsburgerin Elisabeth, uns zumindest als Kinolegende Sissy in Erinnerung, hatte sich zur angeblich schönsten Monarchin der Welt durchgehungert, Paris baute zur Weltausstellung von 1889 das damalige Weltwunder Eiffelturm - höher als alles, was die moderne Welt bis dahin zu bieten hatte. Mit alldem zu konkurrieren hatte [[Cărpiniș|Gertianosch]] auf der Banater Heide begreiflicherweise nicht im Sinn, aber im eigenen Landkreis wollte man schon gesehen werden mit gutem Getreide, bestem Vieh, gediegenen Handwerkserzeugnissen, mit der Handarbeitskunst der Bäuerinnen und - mit [[Stefan Jäger]]s monumentalem Einwanderungsbild. Man sah sich gewissermaßen en miniatur neben den sich an Glanz überbietenden Weltausstellungen, und das war so absonderlich nicht, glaubt man Meyers Konversationslexikon von 1894, worin beanstandet wird: „Es hat Ausstellungen gegeben, deren Wert kein anderer war als der eines Jahrmarktes.&amp;quot; Da konnte man sich 1910 in [[Cărpiniș|Gertianosch]] gut sehen lassen. Tausende&amp;lt;ref&amp;gt; „Es waren die Behörden, die Intelligenz der Umgebung und nahezu 5000 Festgäste erschienen aus allen Gauen Südungarns.&amp;quot; (Stefan Dold: Die Einwanderung und Ansiedlung der Deutschen in Südungarn, Kurzgefasste Gelegenheitsbroschüre zur Bildenthüllung in Gyertyámos am 15. Mai 1910.) - Die „Temesvárer Zeitung&amp;quot; vom 18. Mai 1910 berichtet: „Aus Nah und Fern, von überall, wo der Bauernverein Mitglieder besitzt, waren Gäste - an 2000 Personen - erschienen, um Zeugen der wirtschaftlichen Erfolge und Bestrebungen der Gyertyámoscher zu sein. Ein besonderes Illustre erhielt das Arrangement durch die Enthüllung des Bildes 'Einzug der Deutschen in Ungarn', das, von einem engeren Landsmann gemalen, doppelt an Werth gewann.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; kamen, staunten und feierten alles mit, was es zu feiern gab. Die Ortsgruppe des Bauernvereins und der Handels- und Gewerbeverein feierten Fahnenweihen, Ehrenurkunden wurden an Handwerker und Landwirte verliehen, man rief ausgiebig Éljen, gab sich und war vaterländisch und sah sich bestätigt, als Abt-Domherr Franz Blaskovics in Anwesenheit des Abgeordneten Julius Hódy zur Enthüllung des Einwanderungsbildes seine Anerkennung aussprach und den Segen erteilte. Erwartet worden war, wie Matz Hoffmann berichtet, auch Minister Apponyi aus [[Budapest]], der aber aus politischen Gründen der Veranstaltung fern blieb. Angeblich war es auch den örtlichen Behörden verboten, in amtlicher Eigenschaft an der Enthüllungsfeier des [[Einwanderungsbildes]] teilzunehmen. So beiläufig, wie von uns heute vielleicht angenommen, scheint der Pfingstsonntag 1910 in [[Cărpiniș|Gertianosch]] doch nicht gewesen zu sein. Zwar berichtete die „Temesvárer Zeitung&amp;quot; vom 18. Mai 1910: „Die Politik war gänzlich ausgeschaltet&amp;quot;, doch lässt eine solche Behauptung erfahrungsgemäß die Annahme des Gegenteils zu.&amp;lt;ref&amp;gt;„Zur Enthüllungsfeier wurde auch ein Minister erwartet (Apponyi). Er kam aber nicht, weil die 48-er Partei hier sehr stark war. Es wurde sogar den Behörden verboten, in amtlicher Eigenschaft an der Enthüllungsfeier des Bildes und an der Ausstellung teilzunehmen. So hatte die politische Leidenschaft auch an diesem Feste ihre Hand im Spiel.&amp;quot; (Matz Hoffmann: 1785-1935. Hundertfünfzig Jahre deutsches [[Cărpiniș|Gertianosch]], Banat- Rumänien. Temeswar 1935)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde auch fotografiert. Lehrer [[Simon Kreppel]] hat eine Aufnahme aufbewahrt, ein Gruppenbild der Gewerbevereinsmitglieder mit Familienangehörigen und dem Maler [[Stefan Jäger]] in der Mitte. Auf der Rückseite des [[Erinnerungsfotos]] notierte Lehrer Kreppel kurze Bemerkungen zum Ereignis - auf ungarisch, wie es sich für einen schwäbischen Patrioten gehörte. Deswegen muss er kein schlechter Landsmann gewesen sein, es zeigt aber, wie das, was wir Identität nennen, durchaus unterschiedlich auslegbar sein kann. Die Identität der Schwaben in [[Cărpiniș|Gertianosch]] litt nicht unter einer deutsch-ungarischen Gegensätzlichkeit, obwohl doch, aus heutiger Sicht, genügend Anlass dazu bestanden hätte. Zwar sah man sich bewusst in der Reihe der Ahnen, aber ungarisch wollte man schon sein. Da muss auffallen, dass auf [[Stefan Jäger|Jägers]] Einwanderungsbild nichts Ungarisches auch nur andeutungsweise vorkommt - neben den dargestellten Einwanderern ist als einzige andere Figur lediglich ein Beamter der Kameralverwaltung dargestellt, der im dritten Teil des Gemäldes den Siedlern die Häuser zuweist. Ein Ungar ist es nicht. Obwohl das Bild damals [[„Einzug der Deutschen in Ungarn&amp;quot;]] hieß, ist von den Ungarn selbst nichts zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch scheint es eher unwahrscheinlich, dass [[Stefan Jäger]] damit eine politische Haltung sichtbar machen wollte. Sein Verhältnis zu den Ungarn dürfte unbeschwert gewesen sein, zumal sein gesamter Bildungsweg zwischen 1893 und 1899 über [[Szeged]]in und [[Budapest]] verlaufen ist, auf einer Schiene, die ungarischer nicht sein konnte. Seine erste Studienreise nach Österreich, Deutschland und Italien diente so gut wie ausschließlich der künstlerischen Fortbildung, dem universellen Gedanken in der Kunst, in den auch die ungarische Welt eingebunden war. Wenn diese in der Konzeption des Einwanderungsbildes, in der Bildidee, keinen Platz gefunden hat, mag das auf eine rein malerische Intuition zurückzuführen sein, die keine politische Auslegung zulässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Historikerkreisen neigt man gelegentlich dazu, den Auftrag zum Einwanderungsbild mit einem politischen Anliegen der Banater Schwaben um die Jahrhundertwende zu verbinden, gewissermaßen als künstlerischer Ausdruck einer deutschen Landnahme, die zur ungarischen oder slawischen dazugestellt werden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Josef Wolf vom Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen äußerte in einem Diskussionsbeitrag (43. Kulturtagung der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Landesverband Baden-Württemberg, 17./18.11.2007) die Ansicht, dass mit der Entscheidung für das Einwanderungsbild der Banater Schwaben ein Konkurrenzdenken mit den benachbarten Völkern nicht auszuschließen ist. Der ungarischen, slawischen und siebenbürgisch-sächsischen Landnahme sollte damit das Sinnbild einer schwäbischen beigestellt werden. - Es stellt sich die Frage, ob die von [[Robert Reiter|Franz Liebhard]] aufgegriffene angebliche Bemerkung [[Adam Röser]]s „damit nicht nur die Sachsen ihr Einwanderungsbild haben&amp;quot; in diesem Zusammenhang zu sehen wäre? Belege für diese Annahme gibt es zurzeit nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Dr. Peter Pink]] führt in seinem Bericht lediglich an, [[Adam Röser]] habe den Kunstmaler [[Stefan Jäger]] beauftragt, die Einwanderung der Banater Schwaben zu malen. „Wie das Bild gestaltet werden soll&amp;quot;, so [[Dr. Peter Pink|Dr. Pink]], „damit musste sich [[Stefan Jäger|Jäger]] selbst auseinandersetzen.&amp;quot; Im Bericht von [[Robert Reiter|Franz Liebhard]] wird, „nach [[Stefan Jäger|Jäger]]&amp;quot; die Anregung [[Adam Röser|Rösers]] auf die Bemerkung reduziert: „Damit nicht allein die Sachsen ein Einwanderungsbild haben sollen.&amp;quot; So irgendwie, fügt [[Robert Reiter|Liebhard]] hinzu, soll der Röserische Ansporn gelautet haben, und er bezeichnet diesen abwertend als „schwäbischen Krähwinkelneid&amp;quot;. Das alles ist wenig dazu angetan, einen ernsthaft durchdachten politischen Gedanken mit dem Einwanderungsbild in Beziehung zu bringen. Wir dürfen davon ausgehen, dass im Weltverständnis und in der Kunst [[Stefan Jäger]]s das Politische nicht vorkommt und somit alle Versuche, den Meister so oder anders zu vereinnahmen, zum Scheitern verurteilt sein müssen. In seiner Jäger-Studie von 1970 berichtet [[Robert Reiter|Franz Liebhard]], noch nachträglich um die zeitgemäße sozialistische Einordnung des Künstlers bemüht: „Der hochbetagte Meister schüttelte staunend das Haupt, wenn er vernahm, dass nach Zusammenhängen gesucht wird, die nicht auf der Oberfläche liegen, sondern darunter.&amp;quot; Es ging damals, am Vorabend von [[Stefan Jäger|Jägers]] 80. Geburtstag, um dessen bevorstehende Auszeichnung mit dem [[Arbeitsorden]] II. Klasse, für die eben das künstlerische Werk an sich nicht genügte, wenn es nicht klassenkämpferisch zugeordnet werden konnte. [[Robert Reiter|Franz Liebhard]] hat das mit einiger Eleganz zurechtgebogen, um nicht zu sagen verzerrt, und damit [[Stefan Jäger]] gewissermaßen sozialistisch hoffähig gemacht. Dieser hat den Orden erhalten und durfte ihn zum Sonntagsanzug - wie geschehen - mit ruhigem Gewissen tragen für ein Werk, das nun auch, möglicherweise von der falschen Seite, anerkannt worden war. Deportationen, Enteignungen und Schauprozesse hatten bei den Banater Schwaben tiefe Verunsicherungen hinterlassen und sie in ihrer Würde verletzt. Ihre Zukunft war mehr als ungewiss. [[Stefan Jäger|Jägers]] Auszeichnung kann dennoch als praktiziertes sozialistisches Demokratieverständnis angesehen werden, das im Kern freilich ohne Kern und somit auch unvermittelbar geblieben ist. [[Stefan Jäger|Jäger]] selbst hat es eine Rente von monatlich 800 Lei eingebracht, das war mehr als seine Landsleute in den fünfziger Jahren durchschnittlich verdient haben mochten. Er genoss im Sozialismus die Gnade des Alters, und es mag nichts anderes als der Pragmatismus der Diktatur gewesen sein, die ihn und sein Werk unbeschadet ließ. Gewandelt hat es ihn nicht, und es ist nicht einzusehen, warum er uns mit achtzig als hungernder Maler bedeutender sein müsste. 13/ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war indessen nicht eine weltabgewandte Naivität, die den Künstler unpolitisch bleiben ließ. Es war schlichtweg die Aufrichtigkeit des Herzens, mit der [[Stefan Jäger|Jäger]] es verstanden hat, das Tagesgeschehen seiner schwäbischen Heimat zu begleiten. Sich selbst und seine Kunst darzulegen, fiel ihm schon immer schwer. Bitte, das waren seine Bilder, und sie waren und sind alles andere als verschlüsselt. Er meint nicht, sie auslegen zu müssen. In einem handschriftlichen biografischen Abriss schreibt er: „Meine malerische Tätigkeit war hauptsächlich dahin gerichtet, meinen Landsleuten gewissenhaft ausgeführte Bilder in leicht verständlicher Form, mit Motiven aus dem Banater Volksleben und Heidelandschaften zugänglich zu machen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sollte eigentlich genügen, und wer mehr hineinzureden sich abmüht, redet an [[Stefan Jäger|Jäger]] vorbei und wird ihn seinen Landsleuten entfremden. Es fehlt keineswegs an missglückten Versuchen zur Politisierung des künstlerischen Werkes von [[Stefan Jäger]]. Die Deutsche Volksgruppe in Rumänien wollte in ihm den Streiter eines ewigen deutschen Auftrags erkennen, und die auf sie folgenden Kommunisten einen klassenbewussten Porträtisten des kleinen Mannes. Dass [[Stefan Jäger|Jäger]] eine heitere und heile Welt dargestellt hat 14/, wollten die einen genau so übersehen wie die anderen die ausgeprägte und sich selbst genügende Regionalität der Bilder. Es könnte allerdings, wenn auch ungewollt, vorkommen, dass wir uns heute in unserer konsumorientierten Gesellschaft als nicht weniger leichtfertig erweisen, wenn wir das Jäger'sche Werk auf die Formel von Markt und Ware bringen wollten. Gewiss - [[Stefan Jäger]] malte was gefiel und bestellt wurde, und nicht selten war das der Hühnerhof wie auf dem Bild „von Nochbersch Resi&amp;quot;. Allemal aber bleibt es sein Verdienst, den Banater schwäbischen Bauern die Freude am echten, originalen Kunstwerk vermittelt zu haben, für das sie - was so selbstverständlich nicht ist - bereit waren Geld auszugeben. Das Banat und die Batschka waren, wie [[Stefan Jäger|Jäger]] in seinen autobiografischen Aufzeichnungen vermerkt, um 1900 herum „mit reisenden Bilderhändlern überflutet, die mit Dutzendbildern ihre Geschäfte machten... Ich habe mich darauf verlegt, die schönen schwäbischen Trachten, die landschaftlichen Stimmungen, Sitten und Gebräuche bei Festlichkeiten und im Alltagsleben darzustellen&amp;quot;. Er hat mit diesem Grundsatz, über die Freude am schönen Bild hinaus, bildungsfördernd gewirkt und erheblich, wenn auch wohl nicht vorsätzlich, zur Identitätsfindung seiner Landsleute beigetragen. Immer wieder finden wir die Identität politisch ausgedeutet, mit ideologischen Ambitionen vermengt, sie ist aber vorrangig eine kulturelle Erscheinungsform, die sich in der Tradition, im Volksgut und in der Sprache äußert und erhält. In diesem Sinne sind die zahllosen Genre-Bilder [[Stefan Jäger]]s, ihre Verbreitung und anhaltende Beliebtheit, ganz gewiss identitätsstiftend gewesen, und zwar in höherem Maße als das monumentale Einwanderungsbild, das ja nicht aus dem Alltag gegriffen war, sondern eine zur Legende ausgewachsene historische Erinnerung zur Vorlage hatte. Es markiert allerdings den entscheidenden kreativen Ansatz des Künstlers [[Stefan Jäger]], und wir dürfen davon ausgehen, dass dieser ohne das Einwanderungsbild wohl kaum der „Schwabenmaler&amp;quot; geworden wäre, als den wir ihn heute verehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere auch, so haben auch wir Banater Schwaben mit der Identität unsere Schwierigkeiten. Zur Zeit der Ansiedlung waren wir ein aus vielen deutschen Landschaften zusammen gewürfeltes buntes Völkchen, das recht unterschiedliche Mundarten sprach und zudem von Franzosen aus Lothringen, Italienern aus dem Friaul und anderen Volkssplittern durchsetzt war. Wer aus dem Elsass kam, war dem Odenwälder ebenso fremd wie der Pfälzer dem Sauerländer. Die Identität der Ansiedler war regional geprägt und blieb es, bis die Erinnerung an die heimatliche Landschaft im Reich den konkreten Bezug weitgehend verloren hatte und von der Wahrnehmung einer neuen Zusammengehörigkeit abgelöst worden war, die zunächst noch am ehesten von den eingesessenen Völkern, vornehmlich von den Ungarn, erkannt und benannt wurde. Sie differenzierten die Zuwanderer nicht regional, sondern haben diese zusammenfassend als Schwaben bezeichnet, die wir wohl oder übel geblieben sind. Die alten Straßen- und Ortsnamen in unseren Dörfern aber - die Lothringer- oder die Pfälzer Gass oder Steierdorf im Banater Bergland oder Tirol (auch wenn diese Ortsbezeichnung erst von der rumänischen Verwaltung eingeführt wurde) - zeigen, wie bemüht die deutschen Siedler waren, ihre „wahre&amp;quot; Identität weder zu vergessen noch zu verleugnen. Ähnlich, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen, wurden nach Flucht, Vertreibung und Auswanderung im 20. Jahrhundert die Namen der Banater Heimatgemeinden auf die Straßen der Vertriebenensiedlungen übertragen, zur Erinnerung an die alte Heimat. Allein - die Identität ist damit nicht gewährleistet. Spätestens in der dritten Generation sind wir weitgehend aufgegangen im bayrischen, württembergischen oder rheinländischen Umfeld - wir nennen das Integration -, wechseln dabei den Dialekt und tauschen die Feste aus. Wir passen uns an. Wie unsere Vorfahren auch. An die Franzosen und Italiener der Siedlungszeit erinnerten drei Generationen später nur noch die Familiennamen - auch sie der deutschen Rechtschreibung recht mutwillig unterordnet, und aus Elsässern, Pfälzern und Sauerländern sind die Banater Schwaben hervorgegangen, wenn man so will, als eigenartiges nicht wiederholbares deutsch-deutsches Konglomerat mit Einsprengseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Identität]] muss übrigens nicht immer als erhebend empfunden werden und nicht immer auszeichnen. Unter anderen sind es immer wieder die Künstler und Literaten, die mit ihrer Identität geradezu kollidieren. Die Aktionsgruppe Banat trat offen gegen das an, was wir landläufig als Heimatliebe oder Heimattreue verstehen, und die ebenso vielgelobte wie gerügte Herta Müller leidet geradezu an ihrer Identität. Das mag mehr oder weniger nachvollziehbare Ursachen haben. Wir sollten das nicht landsmannschaftlich dramatisieren. Dagegen zu sein ist nicht immer ein Gütesiegel, aber auch nicht immer zu verurteilen, und es ist so ungewöhnlich nicht. Auch Thomas Mann, Klabund, Bertold Brecht, François Villon, Marlene Dietrich und viele andere - durchaus auch weniger illustre Gestalten - machten sich heimatlich unbeliebt, weil sie zumindest in Teilbereichen anderer Meinung waren und sich anders als gewünscht verhielten. Zur Identität, so ist zu sehen, gehören auch die Gegensätze, und da wird es nicht viel nützen, dass wir sie gern sauber hätten. Wir sollten uns fürs Ganze entscheiden, und es als gegeben annehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht erkennen wir ja unsere Identität am ehesten in der Gegenüberstellung mit anderen. Dazu benötigen wir nicht den Vergleich mit den Ungarn, den Rumänen oder Serben - um das zu wissen, reicht ein Blick hinüber zu den Siebenbürger Sachsen. Kein Zweifel - wir sind anders, ganz abgesehen davon, dass wir katholisch sind. Das kostet uns heute nur noch ein Lächeln, und es ist gut so. Aber auch die Religion stiftet Identität, und wir sehen, dass diese ebenso trennt wie eint. Kroaten und Serben können uns dabei einfallen, Flamen und Holländer, aber auch die unierten Rumänen oder, ins Globale verlagert, die Schiiten und Sunniten im Orient usw. usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben erlebt, wie die Teilung des Banats nach dem Ersten Weltkrieg zu unterschiedlichen Entwicklungen bei den Banater Schwaben in Rumänien und Jugoslawien geführt hat, und heute sind eigenständige Entwicklungen bei unseren Landsleuten in den USA, in Kanada oder in Brasilien zu sehen, die sich unterschiedlichen Anforderungen stellen müssen und unterschiedlich landsmannschaftlich einzubinden sind. Das Haus der Donauschwaben in Sindelfingen - es nennt sich gern Welthaus der Donauschwaben - stellt sich der Aufgabe eines Dachverbands, der Gemeinsamkeiten auszuloten und Besonderheiten zu berücksichtigen hat, eine Zielvorgabe ausarbeitet und organisatorisch koordiniert. Es bleibt abzuwarten, wie dieser schöne Gedanke die Zeit überdauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was uns bei aller Unterschiedlichkeit einigermaßen zusammenhält sind die verlorene Banater Heimat und der damit verbundene Mythos, zusammengefasst in dem schönen Einwandererspruch: Dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot. Etwas davon finden wir in [[Stefan Jäger]]s Triptychon eingearbeitet: den Drang und die Bereitschaft Heimat zu finden und ihr unser Gesicht zu geben. [[Adam Müller-Guttenbrunn]] lässt uns in seiner einst vielzitierten Hymne das Land anders in Besitz nehmen: „…und wo des Schwaben Pflug das Land durchschnitten, wird deutsch die Erde, und erweicht nicht mehr&amp;quot;, dichtet er. Wir aber wissen, das Unvorstellbare ist geschehen, wir sind gewichen und haben die „Heimat, deutschen Schweißes stolze Blüte&amp;quot; aufgegeben und anderen überlassen oder überlassen müssen. [[Stefan Jägers]] Einwanderungsbild will nicht ein Heldenepos sein. Es ist ein künstlerisch ausgereifter Bericht über das Ereignis der Einwanderung. Der Künstler heroisiert nicht - er zeigt, wie wir Heimat finden, und dass es ein eher fragwürdiges Glück gewesen sein mochte, das die deutschen Auswanderer in Ungarn vorgefunden hatten. Denken wir daran, wie nahe liegend es doch gewesen sein dürfte, zum Beispiel ein Triptychon mit der Eroberung des Banats durch den Prinzen Eugen, die Rodung der Wildnis und dem Triumph der Ernte als Einzelteile zu gestalten, so muss uns [[Stefan Jäger]]s aufrichtige und dezente Darstellung über unsere Ankunft in der Fremde mit Dank erfüllen. Nichts Belastendes haftet dem Bild an, es ist frei von jeder großen Geste und von jeder Überheblichkeit. Es ist bemerkenswert, dass spätere Varianten sich einer triumphalen Darstellung zwar annäherten, bei den Banater Schwaben jedoch nie eine vergleichbare Aufnahme wie das eigentliche Einwanderungsbild gefunden haben. Das dürfen wir uns gut schreiben, dass wir mit Herz und Sinn immer für dieses Monumentalwerk [[Stefan Jäger]]s gestimmt haben, es angenommen haben und bewahren wollen - denn es ist ein Stück von uns. Und das, wenn ich es richtig sehe, hat sehr viel mit dem zu tun, was wir unter Identität verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;hr/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:red&amp;quot;&amp;gt;13/ In den langen Jahrzehnten zwischen der Festveranstaltung von 1910 und der Auszeichnung mit dem Arbeitsorden 1957 wurden Stefan Jäger kaum öffentliche Ehrungen zuteil. Es gab auch nur wenige, eher bescheidene Ausstellungen mit Werken des Hatzfelder Künstlers. In seinen Aufzeichnungen zum Lebenslauf notiert er 1953: „Bis 1942 habe ich von verschiedenen Aufträgen eine Lebensmöglichkeit gehabt, doch derzeit ist mein Einkommen höchst gering.&amp;quot; Besonders schwierig waren die Jahre 1947-48, als die Enteignung und Entrechtung der Banater Schwaben zu einer allgemeinen Notlage führte. Um die Zeit zu überstehen, musste Jäger die wenigen Wertsachen aus seinem Besitz veräußern.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:red&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
14/ Im Kapitel 7 „Kleine Chronik in Bildern&amp;quot; seines umfangreichen Jäger-Buches geht [[Karl-Hans Gross]] auf das Spätwerk des Hatzfelder Malers ein, das auch Gemälde zum Nachkriegsschicksal seiner Landsleute enthält: „Die Flucht&amp;quot;, „Einzug der Kolonisten&amp;quot;, „Die Verschleppung&amp;quot;. Jäger bewährt sich auch hier als zuverlässiger Chronist der Banater Schwaben, bemüht, das künstlerisch festzuhalten, was die Heimat veränderte und letztlich zerstörte. Es sind Schicksalsbilder über Ereignisse, die den Künstler menschlich tief bewegt haben. Die politische Auseinandersetzung hat er nicht gesucht. &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Repro: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1, Linkes Bild des Einwanderungs-Triptychons: Wanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2, Mittleres Bild des Einwanderungs-Triptychons: Rast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3, Rechts Bild des Einwanderungs-Triptychons: Ankunft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufsatz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturtagung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Identität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: In Bearbeitung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.18.242</name></author>
		
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